(red/js) Der Kreisfeuerwehrverband Spree-Neiße gibt sich zum Jubiläum selbstbewusst, will aber auch die Verbandsstrukturen modernisieren. Eine Weiche wurde am Wochenende  von der Delegiertenversammlung im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung gesetzt.

Nach einer langen und auch emotionalen Diskussion entschlossen sich die Delegierten der Verbandstagung, die vor der Feierstunde stattfand, die anstehenden Wahlen für die Unterverbände auszusetzen und den Vorstand mit der Erarbeitung einer neuen Organisationsstruktur  ohne Doppelstrukturen zu beauftragen. Die Kreisjugendfeuerwehr soll ihre eigenen Fachbereiche verlieren, dafür aber eine stärkere Stimme im Vorstand bekommen, die Unterverbände sollen wegfallen, ohne den Kontakt in die Wehren vor Ort zu verlieren, so Verbandsvorsitzender  Robert Buder. 97 Menschen engagieren sich momentan im Verband, viele davon nehmen gleich mehrere Funktionen ein, einige Posten konnten teils seit Monaten nicht mehr besetzt werden, so der Verbandsvorstand.

Der Kreisfeuerwehrverband Spree-Neiße ist vor 25 Jahren aus vier Vorgängerverbänden gebildet worden und vertritt die Interessen von mehr als 5000 Feuerwehrleuten im Süden des Landes Brandenburg. Trotz des demographischen Wandels bleibe die Zahl der Feuerwehrleute im Kreis nicht nur stabil sondern sie wachse, fasst Buder zusammen: Unter den 5345 Feuerwehrleuten seien 2692 aktive. Allerdings könne man sich nicht auf diesen Zahlen ausruhen, gibt Robert Buder zu bedenken. Ihm schwebe eine Landeskampagne zur Mitgliedergewinnung vor und ein stärkeres Engagement an Schulen. „Brandschutzerziehung ist ein Bildungsauftrag“, betont Buder und verweist auf die Idee von Fachwarten für Brandschutzerziehung in den staatlichen Schulämtern. Dazu kommt der Vorschlag, ein Wahlpflichtfach „Gefahrenabwehr“ in der 10. Klasse zu etablieren, „in dem die Grundtätigkeiten des Brandschutzes, der Technischen Hilfeleistung, des Katastrophenschutzes und der Ersten Hilfe sowie der Selbstschutz gelehrt werden“, so Buder.

Der zuständige Abteilungsleiter im brandenburgischen Innenministerium Frank Stolper bezeichnete den Kreisfeuerwehrverband Spree-Neiße als eine Stimme, die in Potsdam durchaus wahrgenommen werde. „Der Kreisfeuerwehrverband Spree-Neiße hat immer wieder kluge Köpfe und gute Ideen hervorgebracht, die den Brand- und Katastrophenschutz im Land vorangebracht haben.“

Spree-Neiße-Kreisbrandmeister Stefan Grothe ging noch einen Schritt weiter: „Der Kreisfeuerwehrverband Spree-Neiße ist dem Land immer zwei bis drei Jahre voraus.“