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Nabu ruft zur Meldung von Kiebitzen auf

Wer einen Kiebitz sieht, sollte ihn melden.
Wer einen Kiebitz sieht, sollte ihn melden. FOTO: fotolia/suzbah
Lübben/Lübbenau. Der Naturschutzbund (Nabu) ruft auf, gesichtete Kiebitze über die Naturbeobachtungs-Webseiten www.Ornitho.

de oder www.nabu-naturgucker.de zu melden. In diesen Wochen kehren die sympathischen Wiesenvögel mit der markanten Kopf-Federhaube aus ihren Winterquartieren zurück.

Mit der Aktion will die Organisation mehr über die gefährdete Art erfahren. "Unter anderem wollen wir in diesem Jahr herausbekommen, welche Lebensräume Kiebitze bevorzugen und welche Ansprüche sie an ihre Umgebung haben. Die gesammelten Daten sollen uns dabei helfen, ein noch besseres Schutzsystem für den Kiebitz aufzubauen. Daher ist es wichtig, dass wir aus möglichst vielen Regionen Deutschlands Daten erhalten", erklärt Dominic Cimiotti vom Michael-Otto-Institut im Nabu. Der früher in Deutschland häufige Brutvogel steht hierzulande weit oben auf der Roten Liste. Auch europaweit gilt er als gefährdet. "Der Hauptgrund für den Rückgang liegt in der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft. Es gibt kaum noch geeignete Brutplätze für den Kiebitz und viele seiner Gelege und Küken gehen verloren", sagt Cimiotti. Zählungen märkischer Ornithologen ergaben für 1993 noch etwa 2600 Brutpaare, für das Jahr 2009 nur noch 1700 Brutpaare. Die Fachleute gehen davon aus, dass der Bestand seitdem weiter deutlich abgenommen hat.

Um die Situation für die Frühlingsboten zu verbessern, erhofft sich der NABU in diesem Jahr zweierlei Meldungen: Zum einen sollen die aus dem Winterquartier zurückkehrenden Tiere erfasst werden. Ab Februar sieht man sie oft in großen Schwärmen zu ihren Rastplätzen ziehen. Zum anderen sind insbesondere Hinweise auf brütende Kiebitze gefragt. Ab März können die Tiere bei ihren spektakulären Balzflügen beobachtet werden. Die Männchen präsentieren sich dabei sehr stimmfreudig und lassen das typische und namensgebende "Ki-witt" erklingen.

Kiebitze brüten hauptsächlich in offenen, flachen Landschaften auf Wiesen und Weiden oder auf Ackerflächen. Auf einer Übersichtskarte unter www.ornitho.de/index.php?m_id=30180 werden die eingegangenen Kiebitz-Meldungen angezeigt. Bei der Zählung im vergangenen Jahr gingen mehr als 15 000 Meldungen ein.

Aus den Daten wollen die Forscherinnen und Forscher des NABU unter anderem ableiten, welche Lebensräume Kiebitze in Deutschland auswählen. Bei den Meldungen sollte daher auch erfasst werden, wo die Kiebitze bei der Balz und Brut gesichtet wurden: im Grünland, in Mais- oder Getreideflächen beispielsweise. Die so gewonnenen Daten werden anschließend am Thünen-Institut für Ländliche Räume mit Prognosen zur Entwicklung der Landwirtschaft in Beziehung gesetzt werden. "So können wir ermitteln, wo Schutzmaßnahmen für Kiebitze künftig ansetzen sollten. Und auch, wie diese optimal gestaltet und umgesetzt werden können", so Dominic Cimiotti.

Um den bedrohten Wiesenvogel beispielsweise auch im Spreewald vor dem Aussterben zu bewahren, sucht der Nabu gemeinsam mit Landwirten nach Lösungen. Im Projekt "Sympathieträger Kiebitz" im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt testen Landwirte in insgesamt neun Projektregionen mögliche Maßnahmen auf überwiegend konventionell bewirtschafteten Äckern und Wiesen.