ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:18 Uhr

Forst
Musik an Noßdorfer Mühle

Über die Spende für das neue Wasserrad freuen sich die Vereinsmitglieder. Hier zu sehen: Günther Mattern, Simone Zuchan, Dieter Rentz, Mario Kloas sowie Gerhard Paucker und Jens Pietsch, beide von der Folkloregruppe Drjewjanki (v.l.n.r.).
Über die Spende für das neue Wasserrad freuen sich die Vereinsmitglieder. Hier zu sehen: Günther Mattern, Simone Zuchan, Dieter Rentz, Mario Kloas sowie Gerhard Paucker und Jens Pietsch, beide von der Folkloregruppe Drjewjanki (v.l.n.r.). FOTO: Angela Hanschke
Nossdorf. Verein feiert mit Hunderten Gästen und bekommt 2000-Euro-Spende für neues Wasserrad. Von Angela Hanschke

Die Mitglieder des Fördervereins Noßdorfer Wassermühle haben am Samstag ihr fünftes Mühlenfest gefeiert. Und mehrere Hundert Gäste aus nah und fern feierten mit.

Für gegenwärtige und ehemalige Einwohner ist der Besuch des aller zwei Jahre stattfindenden Festes in der 1640 erstmals erwähnten Mühle eigentlich Pflicht. Ein Schmuckstück ist im Laufe der vergangenen Jahre auf dem idyllischen Gelände am Lauf der Malxe entstanden. Die bisherigen Feste waren Superlative.

Ausgerechnet beim ersten Jubiläum zeigten sich organisatorische Ermüdungsanzeichen. „Die Gesamtvorbereitung verteilte sich in diesem Jahr auf weniger Schultern als sonst“, erklärte Dieter Rentz, Gründungsmitglied des Vereins. Auch einige Handwerker haben kurzfristig die Teilnahme abgesagt. „Wir fühlen uns etwas verloren“, sagte Gabi Laatz aus Hornow kurz nach der offiziellen Eröffnung – angesichts noch recht knapper Besucherzahlen.

Zu den ersten Gästen zählte in Vertretung der Bürgermeisterin auch Verwaltungsvorstand Heike Korittke, die eine finanzielle Zuwendung der Stadt überbrachte. Ein weiteres Präsent überreichte Dieter Rentz. Eine Spende in Höhe von 2000 Euro der Firma UAC, eines in den USA ansässigen Herstellers von Flugzeugstrukturteilen. „Sie ist zum Aufbau des historischen Wasserrades bestimmt“, informierte Rentz.

Zur Kaffeezeit füllte sich das Gelände zusehends. Stündlich führte Mario Kloas im leinenen Arbeitsgewand seines Urgroßvaters durch die Mühle, erläuterte routiniert die Arbeit seiner Vorfahren und wies auf Neuerungen hin. „Die Mahlgeräusche klingen nun authentisch vom Band“, informierte er.

Die Zeit schien förmlich stehen geblieben zu sein in dem herrlichen Malxegrund, denn sämtliche Mitglieder des Fördervereins hatten historische Gewänder angelegt. Lebensgroße Figuren in Tracht und Alltagsgewändern komplettierten die perfekte Illusion.

Seit Kurzem schlüpft Günther Mattern in die Amtstracht des letzten Noßdorfer Nachtwächters. Würdig schritt er am Samstag übers Pflaster und stand Wissbegierigen Rede und Antwort. „Wir sind mit dem Wasserrad seit zwei Jahren erheblich weiter gekommen“, erzählte er und verwies auf den unterirdisch verrohrten Zulauf, der den Wasserstand im Mühlengraben hebt.

Finanziert wurde das Vorhaben von der Familie Gerald Kulke. Der anschließende offene Zulauf wurde durch die Firma Mattig & Lindner realisiert. Die Schmiedearbeiten und das kleine Wehr nahmen Holger Teschner, Sigmar Tilgner und Martin Pohl vor. Auch der Kutschersteg wurde fertiggestellt. Zwei betagte Kutschen haben dort Platz gefunden. „Das bunte Programm finde ich gut“, lobte Petra De Nito, die zu Besuch in ihrer Heimatstadt ist. Gleichzeitig schränkte sie ein: „Sonst war hier mehr los“. Erfreut über die positive Entwicklung der Mühle zeigte sich Brigitte Fiedler aus Forst. Sie sagte: „Dieses Mal scheint es aber etwas wenig Werbung gegeben zu haben“.

Hartmuth Kaschke alias DJ Fassfänder sorgte für die musikalische Umrahmung. Satt der erkrankten Eileen Konietz, der Noßdorfer Interpretin des Mühlenliedes, stand Michelle Bönisch auf dem Bühnenpodest, stellte exklusiv Auszüge aus ihrem neuen Album „Ultraleicht“ vor. Gebührenden Applaus erhielten auch Wolfgang Dannat sowie die Kinder der Archimedes-Grundschule Noßdorf.

Die Folklorgruppe Drjewjanki aus Burg verzauberte mit Liedern, die bereits vor Jahrhunderten erklangen. Mit beschwingten Grüßen – Frühlings-, Natur- und Wanderliedern –  reihten sich die Mitglieder des Noßdorfer Männergesangvereins ein. Dicht umringt waren Holzbildhauer Riszard Zajak und Zimmerer Michael Böttcher, der zeigte, wie man Nistkästen baut.

Bei Simone Zuchan versammelten sich die Jüngsten, um alten Dosen, Gläsern und Tontöpfen neuen Glanz zu verleihen. Um 14 Uhr begann im kleinen Mühlenhof das große Backen mit Bäckermeister Axel Langner, der eine eigene Kreation des Mühlenbrotes herstellte. Der Backofen wurde bereits tags zuvor angeheizt. Kinder warteten geduldig davor, um die eigenen kleinen Backwaren in Empfang zu nehmen.

Der Wassermangel im Heimatflüsschen hatte die ursprünglich geplante Präsentation der ersten Malxenixe verhindert. Erst in den Abendstunden fiel ausgiebiger Regen.