Später arbeitete er im väterlichen Betrieb, bis der 2. Weltkrieg und seine Folgen für fast ein Jahrzehnt den begonnenen Weg unterbrachen. 1939 wurde Joachim Unger zur Wehrmacht eingezogen und kehrte erst 1948 nach Gefangenschaft und Internierung in seine zerstörte Heimatstadt Forst zurück. Im väterlichen Betrieb, der die Arbeit bereits wieder aufgenommen und den er in den 1950er Jahren übernommen hatte, war Joachim Unger Weber, Tuchmacher und Desinateur.
Mit über 40 Jahren absolvierte er ein Fernstudium zum Textilingenieur. 1972 musste er die Verstaatlichung seines Betriebes und die Anstellung in einem fremden Betrieb miterleben.
Sein Lebenstraum und Lebenswerk gingen mit der Demontage unwiderruflich zu Ende. Eines war ihm in den letzten Lebensjahren besonders wichtig: Der Museumsverein, dessen Gründungsmitglied Joachim Unger war. Beharrlich setzte er sich nachdrücklich für die Errichtung eines Museums mit textil- und regionalgeschichtlichem Profil in der Stadt Forst ein.
Gekrönt wurde diese Arbeit mit der Eröffnung des Bran denburgischen Textilmuseums im August 1995, das viele Menschen zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten zusammenführte und zu einem Aushängeschild für unsere Stadt Forst geworden ist. Er schuf sich ein neues Lebenswerk und wurde in Anerkennung seiner unermüdlichen Arbeit im November 1996 zum Ehrenvorsitzenden des Museumsvereins gewählt.
Als er zu Grabe getragen wurde, stand fest, dass das Werk Joachim Ungers weiterhin Bestand haben wird, und das lange über sein Lebensende hinaus.