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| 16:49 Uhr

Forster Stadteisenbahn
Wie weiter mit der Schwarzen Jule?

 Die Schwarze Jule konnte anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Gründung der Forster Stadteisenbahn im Mai 2018 besichtigt werden. Untergebracht im Feuerwehrgerätehaus, ist sie nur selten für die Öffentlichkeit zugänglich. Eine Unterbringung am Textilmuseum würde das ändern.
Die Schwarze Jule konnte anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Gründung der Forster Stadteisenbahn im Mai 2018 besichtigt werden. Untergebracht im Feuerwehrgerätehaus, ist sie nur selten für die Öffentlichkeit zugänglich. Eine Unterbringung am Textilmuseum würde das ändern. FOTO: Thoralf Haß
Museumsverein hofft auf Bewilligung der Bundesfördermittel für Ausbau des Textilmuseums. Von Steffi Ludwig

Eine ordentliche Unterbringung für die Stadtbahn Schwarze Jule – das wünscht sich nicht nur der Forster Museumsverein seit Langem. Mit den Ende November 2018 beantragten Bundesfördermitteln für die Weiterentwicklung des Brandenburgischen Textilmuseums Forst, die auch einen dortigen Anbau für die Schwarze Jule einschließen, ist dieses Ziel ein Stückchen greifbarer geworden. „Wir hoffen sehr, dass der Antrag genehmigt wird“, sagt Kristian Schmidt, Vorsitzender des Museumsvereins. „Das wäre das Signal, auf das alle warten, damit es losgehen könnte mit der ersten Bauphase.“

Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) hatte zur jüngsten Stadtverordnetenversammlung angekündigt, auch die beiden Lausitzer Bundestagsabgeordneten Ulrich Freese (SPD) und Klaus-Peter Schulze (CDU) um Unterstützung zu bitten: für insgesamt drei Förderanträge. Denn neben den Mitteln aus dem Bundesprogramm zur „Förderung von Investitionen in nationale Projekte des Städtebaus“ zur Weiterentwicklung des Textilmuseums hat die Stadt auch Mittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zum Ausbau des Stadions am Wasserturm und zur Sanierung der Radrennbahn beantragt.

Für das Textilmuseum und die Unterbringung der Schwarzen Jule sind laut Machbarkeitsstudie und Kostenschätzungen rund acht Millionen Euro erforderlich. Die zunächst auf vier Millionen Euro begrenzte Förderhöchstsumme könnte auch höher ausfallen, wenn die bundesbaupolitischen Ziele umfassend erfüllt sind, hatte Simone Taubenek angekündigt. Dafür mussten im Antrag die einzelnen Bauabschnitte mit Kosten unterlegt dargestellt werden. Eine Stückelung aus verschiedenen Fördertöpfen wie bei der Forster Schwimmhalle sei am wahrscheinlichsten, so Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke.

Die Schwarze Jule ist, seit sie 2012 als Leihgabe des Dresdner Verkehrsmuseums nach Forst kam, im Feuerwehrgerätehaus in der Hochstraße untergestellt und deshalb der Öffentlichkeit nur selten zugänglich. Die Leihfrist umfasse laut Bürgermeisterin Taubenek 15 Jahre, die Ende März 2027 auslaufen würden. Danach bestehe unbefristet eine stillschweigende Fristverlängerung um je ein Jahr. Derzeit wird nach Auskunft von Verwaltungsvorstand Sven Zuber mit dem Verkehrsmuseum eine unbefristete Dauerleihgabe abgestimmt. Schon zum 125. Jubiläum der Schwarzen Jule im Mai 2018 hatte Sven Bracke vom Verkehrsmuseum angekündigt, sich eine Leihgabe über die 15 Jahre hinaus vorstellen zu können, erinnert Kristian Schmidt. Voraussetzung sei eine adäquate Unterbringung. Das Verkehrsmuseum habe durch eine Änderung seiner Ausstellungskonzeption für die Lok auch keine ausstellungsmäßige Verwendung mehr.

„Wir denken, dass sich eine Mehrheit der Forster wünschen würde, dass die Lok im oder am Textilmuseum untergebracht wird“, so der Vorsitzende des Museumsvereins. Dort bestände auch die Möglichkeit, dass die Lok fahren könnte, da am Museum noch die alten Gleise liegen. Ein Kesselprüfer hatte der Stadtbahn 2016 bescheinigt, dass sie noch fahren könnte.

„Somit wäre eine touristische Nutzung der Schwarzen Jule möglich“, sagt Kristian Schmidt. Deshalb hält er die Uneinigkeit der Stadtverordneten in ihrem Beschluss für die Fördermittel zum Museumsumbau für bedauerlich. 13 Ja-Stimmen hatten zehn Gegenstimmen aus den Reihen der SPD und Linken gegenübergestanden. Vor allem die zu hohen Kosten werden von den Kritikern immer wieder bemängelt. Das Geld solle eher in andere Bereiche wie Kitas oder Schulen gesteckt werden. Doch es gebe den Beschluss der Stadtverordneten von 2016, das Textilmuseum weiterzuentwickeln und für die Schwarze Jule ein Gebäude auf dem Gelände des Museums zu planen, so Schmidt. „Detailfragen könnte man sicher noch klären“, denkt er. „Aber auf jeden Fall wäre die Schwarze Jule am Museum ein Pfund, mit dem wir in Forst wuchern könnten, auch touristisch.“

Das Architekturbüro Dr. Krekeler, das für die Planungsarbeiten gewonnen wurde, habe ein detailliertes Bestandsaufmaß der Gebäude als Arbeitsgrundlage erstellt, so Sven Zuber. Derzeit liefen die Untersuchungen hinsichtlich der Kontaminationsbelastung. Erste grundsätzliche Abstimmungen mit der Denkmalpflege hätten ebenfalls stattgefunden.