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| 15:03 Uhr

73 Jahre nach Kriegsende
Montag beginnt Bergung von Munition in Keune

Bei der Sondierung des Ackers in Keune hat die Firma Röhll viele Objekte aus Metall im Ackerboden gefunden.
Bei der Sondierung des Ackers in Keune hat die Firma Röhll viele Objekte aus Metall im Ackerboden gefunden. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Sondierung erlaubt Rückschluss auf große Menge an Granaten. Kampfmittelbeseitigungsdienst erwartet auch größere Objekte. Von Katrin Kunipatz

Ziemlich sicher liege noch Weltkriegsmunition im Ackerboden in Keune, erklärt Truppführer Enrico Schnick vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD). Seine Einschätzung, die er zu Wochenbeginn mit den städtischen Verwaltungsvorständen Sven Zuber und Jens Handreck teilte, beruht auf der Sondierung des ersten Teils des Geländes. Sie war beauftragt worden, nachdem bei der erntebegleitenden Munitionssuche im Oktober bereits viele Bruchstücke und einige intakte Garanten gefunden worden waren.

Seit Donnerstag erfasst die Röhll Munitionsbergung GmbH bis in eine Tiefe von sechs Metern die größeren und kleineren Metallgegenstände im Boden der insgesamt 35 Hektar großen Fläche. Noch bis Dienstag werde die Befahrung dauern, so Schnick. Mit 16 hinter einem Fahrzeug angebrachten Sonden entsteht am Computer eine Karte des Ackers, in der GPS-genau verdächtige Objekte markiert sind. Am Freitag dieser Woche soll die Auswertung vorliegen. Danach entscheiden Röhll und der Kampfmittelbeseitigungsdienst über das weitere Vorgehen. Sicher ist, dass am kommenden Montag mit der Bergung der Objekte begonnen wird. Bei der Suche nach der Weltkriegsmunition bestehe keine Gefahr, so Enrico Schnick.

Sollte Munition vor Ort entschärft oder gesprengt werden müssen, sind Sperrbereiche nötig. Uwe Zierdt, technischer Einsatzleiter beim KMBD, rechnet damit, dass im Umkreis von 1000 Metern evakuiert werden müsse. In eine Karte hat Sven Zuber einen möglichen 500 Meter Sperrkreis eingezeichnet. Doch egal wo auf dem Acker die Fundstelle liegt, die Grundschule Keune befindet sich in der Gefahrenzone. Auch der Rosengarten fällt hinein. Aber erst wenn die Befunde da sind, werden sich Zuber und KMBD über das Vorgehen verständigen. Im Vorfeld will Zuber Kontakt zu Pflegediensten aufnehmen, um zu erfahren, wo Menschen zu Hause gepflegt werden. „Wir sind gewappnet“, sagt er abschließend.