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Modefotografin Lovis-Marie Trummer zeigt mit "Lost Aliens" verlorene fremde Wesen

Fotografin Lovis-Marie Trummer
Fotografin Lovis-Marie Trummer FOTO: zvg (LR-FOR-RED-601)
Forst/Berlin. Es sind die Orte und die Menschen, die diese zweite Ausstellung der jungen Forsterin besonders machen. Lovis-Marie Trummer, die seit eineinhalb Jahren als professionelle Modefotografin in Berlin arbeitet, kehrte im Sommer vergangenen Jahres zum Fotografieren in ihre Heimatstadt zurück. Katrin Kunipatz

Fern der perfekten, bis zum letzten Detail gestylten und nachbearbeiteten Modefotografie wollte sie eigenen Ideen umsetzen. Herausgekommen ist eine Ausstellung mit dem Titel "Lost Aliens", was auf Deutsch so viel bedeutet wie verlorene fremde Wesen. "Die Personen wirken auf den Fotos, wie in eine fremde Welt geworfen, nicht wissend und erkundend", erklärt die 25-Jährige. Der Kontrast zwischen der minimalistischen Kleidung und der chaotischen Natur verstärke diesen Effekt zusätzlich. Verzerrende Wirkung entfaltet schließlich die Perspektive. Statt Auge in Auge hat die Fotografin die Personen mal extrem von unten oder ungewohnt nah aufgenommen.

Die verlassenen Orte der Forster Innenstadt, die verfallene und von der Natur in Beschlag genommene Fabrik sowie die karge Landschaft am rekultivierten Tagebau hatte Lovis-Marie Trummer vorher ausgekundschaftet. Obwohl sie in Berlin lebt und arbeitet, ist sie regelmäßig in der Heimat zu Besuch. Hier hat sie schon in der Schulzeit ihr Faible fürs Fotografieren entdeckt.

Nach dem Abitur studierte Lovis-Marie Trummer an der Freien Universität Berlin Journalistik, Philosophie und Anthropologie. Für ein halbes Jahr ging sie nach Barcelona und studierte Fotojournalismus. In dieser Zeit entstand ihre erste Ausstellung, die in Barcelona 2014 zu sehen war. Ihren Lebensunterhalt verdient die Forsterin heute als professionelle Modefotografin für eine Agentur in Berlin. "Und so wichtig der Beruf ist, gehört es für mich dazu, eigene Projekte zu verwirklichen", sagt Lovis-Marie Trummer. Deshalb war ihre Zeit in Forst begrenzt und alle Aufnahmen entstanden an einem einzigen Wochenende im Juli. "Bis auf kurze Schauer war es warm und sonnig. Ansonsten hätten wir die Fotos im Regen gemacht", so die junge Frau.

Zum Team gehörten insgesamt 16 Leute - Models, Stylisten und Menschen fürs Organisatorische. "Es war spannend, denn die Leute kannten sich nicht und neben den professionellen Models waren auch Nicht-Profis dabei", sagt Lovis-Marie Trummer. Das Styling blieb minimalistisch und die Mode wurde passend zu den Orten ausgewählt. "Wir haben ausschließlich mit natürlichem Licht gearbeitet und Falten ganz bewusst gelassen", erklärt die Künstlerin. "Im Mittelpunkt der Fotos steht nämlich diesmal nicht die Mode, sondern der natürliche Mensch, der nicht perfekt sein und auch nicht perfekt abgelichtet werden muss."

Für die Ausstellung hat die Forsterin die Motive matt auf Display-Karton drucken lassen. Das Format der Bilder wechselt zwischen 40 mal 60 Zentimeter und 60 mal 90 Zentimeter. Eröffnet wird die Ausstellung in der Retramp Gallery, Reuterstraße 62, in Berlin am Freitagabend zwischen 18 und 22 Uhr und ist nur an diesem Wochenende jeweils von 11 bis 22 Uhr zu sehen. Lovis-Marie Trummer wird an allen Tagen vor Ort sein.