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| 13:59 Uhr

Gesundheit
Transportables Riesenmagnetfeld

Dr. Christian Wrase begleitet als Facharzt für Radiologie das mobile MRT der Ernst-von-Bergmann-Klinik-Gruppe.
Dr. Christian Wrase begleitet als Facharzt für Radiologie das mobile MRT der Ernst-von-Bergmann-Klinik-Gruppe. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Mobiles MRT ist alle zwei Wochen in Forst. Lausitz Klinik plant weitere Investitionen in der Radiologie.

Gürtel, Uhr und alle anderen Gegenstände aus Metall legt Dr. Christian Wrase ab, bevor er durch die Tür ans MRT-Gerät tritt. Er ist Facharzt für Radiologie und erklärt künftigen Patienten, ehemaligen Röntgenschwestern und interessierten Forstern, was dieses Untersuchungsgerät kann. Seit Ende Juli reist der Spezialist der Ernst-von-Bergmann-Klinikgruppe alle zwei Wochen für zwei Tage nach Forst. Als einer von drei Fachärzten begleitet er die Untersuchungen am MRT und wertet die Befunde aus.

MRT ist die Abkürzung für Magnetresonanztomografie. Dank eines gewaltigen Magnetfeldes, das um einiges stärker als das der Erde ist, erhält man Schnittbilder jeder beliebigen Stelle des menschlichen Körpers. Ärzte erkennen so Tumore, Entzündungen oder Blutungen im Gehirn. Einengungen der Nervenbahnen können sichtbar gemacht werden. Gleiches gilt für Veränderungen am Herzen und den Gefäßen. Auch bei Knieverletzungen oder Gelenkschmerzen kommt das MRT zum Einsatz. „Bänderrisse, Entzündungen oder Knorpelverletzungen lassen sich sehr genau darstellen und geben dem Orthopäden Hinweise, welche Therapie empfehlenswert sein kann“, sagt Dr. Christian Wrase.

Für MRT-Untersuchungen mussten Patienten bisher nach Spremberg oder Cottbus fahren. In der Ernst-von-Bergmann-Klinik-Gruppe, zu der auch das Forster Krankenhaus gehört, suchte man Alternativen und drehte den Spieß um. „Nicht der Patient fährt, sondern wir kommen mit der Technik zum Patienten“, so Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt. Ergebnis ist ein 3,5 Millionen Euro teures MRT-Gerät, dass auf einem Lkw-Anhänger installiert ist. Integriert sind die Arbeitsplätze für das medizinische Personal und eine kleine Umkleidekabine. Ähnliche Geräte gebe es bereits in Großbritannien, den USA und Australien, erläutert Dr. Wrase.

Im Fall der Lausitz Klinik steht das MRT alle zwei Wochen am Mittwoch und Donnerstag vor dem alten OP-Trakt. Anfang Dezember soll es an der Robert-Koch-Straße seinen Platz finden. Dort wird im Bereich der Radiologie ein neuer Zugang gebaut. Eine Investition, die rund 300 000 Euro kostet, so Schmidt. Patienten können direkt aus dem Krankenhaus zur MRT-Untersuchung gelangen.

In den vergangenen Wochen haben sich Radiologieassistenten und Ärzte mit dem mobilen MRT-Gerät vertraut gemacht und es optimal für den Standort eingerichtet. Auch die Abläufe hätten sich eingespielt, so Dr. Wrase. Rund 30 Untersuchungen finden an beiden Tagen statt. Ziel seien 20 Untersuchungen pro Tag, so Schmidt. Die Terminvergabe erfolgt nach der Überweisung durch Haus- oder Facharzt direkt im Krankenhaus. Aktuell gebe es noch keine Wartezeiten, so Schmidt. Neben Forst ist das MRT an der Klinik in Bad Belzig, zwei Standorten in Potsdam und am Krankenhaus Waldfriede in Berlin im Einsatz. „So gelingt es den modernsten Scanner auszulasten und wirtschaftlich einzusetzen“, erklärt Schmidt.

Am Krankenhaus Forst plant er bereits den nächster Schritt. „Um die Radiologie auf den neuesten technischen Stand zu bringen, werden 200 000 Euro in ein neues Röntgengerät investiert“, so Schmidt. Anfang 2019 soll es im Einsatz sein. Für die Patienten bedeutet es eine geringere Strahlenbelastung bei den Untersuchungen. Gleichzeitig werden die medizinisch-technischen Radiologieassistentinnen qualifiziert. Zwei haben bereits die zusätzliche Schulung fürs MRT durchlaufen, andere folgen noch.

Beeindruckt sind die Zuhörer vor allem von den technischen Möglichkeiten des MRT. Anderen hat der Besuch ein Stück weit die Angst genommen, wenn sie demnächst in dem Gerät untersucht werden. Aber Dr. Christian Wrases Einladung zum Probeliegen nimmt an diesem Nachmittag keiner an.

Der Lkw-Anhänger mit dem mobilen MRT steht im Moment vor dem alten OP-Trakt. Ab November soll der Zugang vor dem Krankenhaus fertig sein.
Der Lkw-Anhänger mit dem mobilen MRT steht im Moment vor dem alten OP-Trakt. Ab November soll der Zugang vor dem Krankenhaus fertig sein. FOTO: LR / Katrin Kunipatz