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| 02:39 Uhr

Mit Vollgas gegen jeden

Beim Jedermann-Rennen im Rahmen des Cristalica-Cups darf jeder Radsportler starten.
Beim Jedermann-Rennen im Rahmen des Cristalica-Cups darf jeder Radsportler starten. FOTO: ang1
Döbern. Zum Auftakt der Radsaison gibt es auf dem Betriebsgelände des Glaswerkes Cristalica in Döbern ein Radrennen der besonderen Art: 170 Radsportler sind am vergangenen Samstag an den Start gegangen. Der veranstaltende Rennklub Endspurt 1909 aus Cottbus ist mit der Saison zufrieden. Anja Guhlan

"Hals und Beinbruch", wünschten sich manche der Radsportler gegenseitig vor Beginn der Rennen. Als Erstes traten die Jüngsten gegeneinander in dem "Fette Reifen"-Rennen an. Dabei lagen der sechsjährige Falco Jarick und der siebenjährige Albert Voigt ganz weit vorne. Nur wenige Minuten später ging es für die Radsportler der Alterklasse U 11 an den Start. Es herrscht Aufregung, denn jeder will gewinnen. Und als die Radsportlegende Eberhardt Pöschke das Startsignal gibt, treten alle n die Pedale. Neun Rundenstrecken heißt es jetzt durchzuhalten. Das sind neun Kilometer. Am Ende fahren die zehnjährige Tilla Geisler als erstes Mädchen und der neunjährige Lennart Tuschmo als erster Junge ins Ziel.

"Das war zwar ganz schön anstrengend, aber es hat total viel Spaß gemacht", sagt Tilla Geisler. Die Zehnjährige betreibt seit drei Jahren Radsport beim RSC Cottbus. "Ich musste mir beim Rennen genau überlegen, wann ich Gas gebe oder ob ich mir meine Kräfte anders einteile", so die Erstplatzierte. Lennart Tuschmo fährt hingegen erst seit einem Jahr Radrennen. "Ich habe für dieses Rennen hart trainiert. Dreimal die Woche fahre ich rund 42 Kilometer", so der Neunjährige. Für sein Training wurde er nun mit einem Pokal belohnt.

Am Rennstreckenrand steht Klaus Fischer, Trainer beim RSV 54 Venusberg aus dem Erzgebirge. "Wir kontrollieren, wer von unseren Sportler noch vorne an der Spitze kämpft. Wir prüfen, ob die Sportler ihre Trainingsergebnisse beim Rennen gut umsetzen können und woran wir noch arbeiten können", sagt er. Jetzt muntert er Lisa-Marie auf. Die 13-Jährige wurde im Rennen überrundet und musste ausscheiden.

Mehr Erfolg hatte dagegen Laura Lotter aus Berlin. Die 13-Jährige betreibt seit dreieinhalb Jahren Radsport beim SC Berlin und hat beim U15-Rennen in Döbern den zweiten Platz erstrampelt. "Ich bin zufrieden. Ich wollte auf dem Siegerpodest stehen und das habe ich erreicht", sagt Laura Lotter.

In dem Jedermann-Rennen konnten auch die Älteren nochmal ihre Fitness und Konditionen unter Beweis stellen. So geht am Ende auch so mancher Trainer an den Start: Beim letzten Rennen des Tages mit einer Distanz von 30 Kilometern tritt auch Dirk Hönig (45) vom RSV Einheit Lübben in die Pedale. "Ich will austesten, wie gut ich noch bin", so Hönig. Auch der 36-jährige Matthias Scheffler von Radteam Seidel aus Luckenwalde will sich austesten: "Dazu will ich mit dem Rennen Rennerfahrungen für die Saison sammeln", betont Matthias Scheffler. Seit sechs Jahren radelt er professionell. Am Ende schafft er es auf den 16. von 34 Plätzen. "Gutes Mittelfeld", so Scheffler.

Zufrieden sind auch die Organisatoren mit dem ersten Cristalica-Cup. "Über die Teilnahme von rund 170 Radsportlern freuen wir uns. Wir sind auch glücklich, dass das Rennen ohne Unfälle verlaufen ist. Mit der Strecke haben wir einen Austragungsort gefunden, der ruhig ist und wo wir den Verkehr nicht absperren müssen", erklärt Martin Gründer, Vorstandsmitglied beim RK Endspurt 1909 aus Cottbus. Eine Fortführung im kommenden Jahr will er nicht ausschließen.