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| 07:21 Uhr

Forst
Mehr Sicherheit durch Wissen

Kati Prajs von der Polizei in Cottbus/Spree-Neiße zeigt während des Pressegesprächs mit dem amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck, wie schnell ein Fenster aufgehebelt werden kann.
Kati Prajs von der Polizei in Cottbus/Spree-Neiße zeigt während des Pressegesprächs mit dem amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck, wie schnell ein Fenster aufgehebelt werden kann. FOTO: Angela Hanschke
Forst. Beim Tag des Einbruchsschutzes wird informiert, wie man es Langfingern schwer macht.

Gelegenheit macht Diebe. Jeder dritte Einwohner in Deutschland hat Angst, Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden, ergab die Umfrage „Wohnsicherheit und Einbruchdiebstahl“, die im März dieses Jahres im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) von der Forsa Politik- und Sozialforschung GmbH durchgeführt wurde. Bei Bewohnern kleinerer Städte wie Forst mit weniger als 20 000 Einwohnern sei die gefühlte Unsicherheit besonders groß. Insbesondere die dunkle Jahreszeit, zwischen November und Februar ist die Hauptsaison für Einbrecher. Jens Handreck, stellvertretender Bürgermeister der Stadt und Verwaltungsvorstand für Finanzen und Sicherheit, sowie Kati Prajs, Präventionsbeauftragte der Polizeiinspektion Cottbus /Spree-Neiße, informierten am Mittwoch über den gemeinsam organisierten „Tag des Einbruchsschutzes“ am kommenden Samstag, 4. November. Nach einer ersten Veranstaltung im Vorjahr solle nun dem Thema ein größerer Rahmen gegeben werden, so Handreck. Zwischen 10 und 13 Uhr können sich Interessierte im Forster Hof zum Thema „mechanische und elektronische Sicherheitstechnik“ informieren und beraten lassen. Dazu steht auch eine renommierte Fensterbaufirma bereit.  Während eines Fachvortrages stellt die Polizei von 11 bis 12.30 Uhr Grundmaßnahmen einer guten Eigentumssicherung vor. Gleichzeitig gibt es Vorführungen und Verhaltenstipps der Bundespolizei zum Thema Handtaschendiebstahl. Deshalb richte die Veranstaltung sich auch an die Senioren, betonte Kati Prajs. Grund für einen geglückten Einbruch seien meist unzureichend gesicherte Fenster und Türen. Der Fokus werde am Samstag jedoch nicht auf der Glassicherheit liegen. „Zu 80 Prozent wird im Fenster- und Türbereich gehebelt. Innerhalb von fünf Minuten wollen die Täter in eine Wohnung eindringen. Vor allem lautlos und ungesehen“, sagte die Präventionsbeauftragte der Polizei. In der Dämmerung, wenn sich die Bewohner auf der Arbeit befinden, würden deshalb die meisten Einbrüche erfolgen. In der Nacht hingegen müsse der Einbrecher damit rechnen, dem Eigentümer zu begegnen. Gefährdet seien Einfamilienhäuser und Gartenlauben, die nach Abschluss der Saison selten aufgesucht werden. Anhand mitgebrachter Fensterprofile – mit Rollzapfen oder dem bedeutend sicheren, versenkbaren Pilzkopfzapfen – demonstrierte sie, wie schnell Fenster mit einem Schraubenzieher „geknackt“ werden können und riet: „Künftige Bauherren sollten bereits im Vorfeld Sicherungsmöglichkeiten einplanen.“ Für zusätzliche Sicherheit sorgt die weiß-blaue Plakette, die Hausbesitzer nach Erstellung eines Sicherheitskonzeptes durch das Netzwerk „Zu Hause sicher“ anbringen können. Versicherer, die sich dem Netzwerk angeschlossen haben, gewähren ihren Kunden Rabatte.  Vor allem Fahrraddiebstähle, zumeist Folgen von Beschaffungskriminalität, bewegen die Einwohner in Forst. „Im kommenden Jahr soll deshalb im Rahmen der Drogen- und Suchtprävention eine zusätzliche Stelle in der Stadt geschaffen werden“, informierte der stellvertretende Bürgermeister. Die meisten Zweiräder sind schlecht gesichert. Die Besitzer sollten bei der Anschaffung eines Schlosses zehn Prozent des Fahrradwertes einplanen. „Gegenwärtig wird daran gearbeitet, erneut eine Fahrradwache in Forst aufzubauen – mit städtischen Kräften, die durch die Polizei angeleitet werden“, kündigte Jens Handreck an und wies auf die Möglichkeit der Fahrradkodierung am Samstag hin. Allerdings müssten Eigentumsnachweis und der Personalausweis vorgelegt werden. Etliche Angebote richten sich am Samstag ganz speziell an die jüngsten Besucher.