ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:24 Uhr

Forst
Mit einer Broschüre gegen die Sucht

Die Schüler Martyna, Nora und Pascal (v.l.n.r.) haben angeleitet von Fanny Blatt die erste Ausgabe des „Rasenden Alkoporters“ geschrieben.
Die Schüler Martyna, Nora und Pascal (v.l.n.r.) haben angeleitet von Fanny Blatt die erste Ausgabe des „Rasenden Alkoporters“ geschrieben. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Forster Jugendliche schreiben als rasende Alkoporter für Mitschüler und Eltern. Von Katrin Kunipatz

Der erste „Rasende Alkoporter“ ist fertig. Etwas später als geplant liegt das achtseitige Heft seit dieser Wochein Forst und dem Landkreis Spree-Neiße aus. Die Auflage von 1000 Stück ist kostenfrei im Forster Gymnasium und der Gutenberg Oberschule, der Suchtberatung, dem Nix-Verein, dem Bürgeramt, dem Jobcenter Spree-Neiße sowie beim Präventionsteam der Polizei erhältlich.

Selbst wenn es im Untertitel heißt: „Ja zu nüchtern“ dreht sich das Heft nicht allein um Alkoholmissbrauch. „Wir haben ganz bewusst auch alle weiteren infrage kommenden Süchte in unsere Überlegungen einbezogen“, erklärt Fanny Blatt. Sie ist bei der Stadtverwaltung Forst seit fast einem Jahr als Sachbearbeiterin Sucht- und Drogenprävention/Gesundheitsförderung beschäftigt. Ihr Ziel ist es mit verschiedenen Projekten die Forster – egal ob alt oder jung – gegen jede Art von Sucht zu stärken. Quartalsweise soll der Alkoporter ab jetzt erscheinen. Die nächste Ausgabe sei für Ende August geplant, so Fanny Blatt.

Für den rasenden Alkoporter hat sich die 34-Jährige Unterstützung von drei Jugendlichen geholt. „Wichtig ist, dass junge Leute für junge Leute schreiben“, sagt Fanny Blatt. Zum Redaktionsteam gehören die Gymnasiastinnen Maryna Mach und Nora Lippert und der Oberschüler Pascal Sasker. Die 16-jährige Martyna wurde durch ihre Mitarbeit im Jugendbeirat auf das Projekt aufmerksam und hat Klassenkameradin Nora angesprochen. Der 15-jährige Pascal besucht die neunte Klasse in der Oberschule und erfuhr von der Schulsozialarbeiterin vom Alkoporter. Gemeinsam mit diesen drei Reportern hat Fanny Blatt das Konzept für das Heft erstellt. An den Texten haben die Jugendlichen selbst gearbeitet. Neben der sachlichen Aufklärung gibt es Tipps für eine gesunde Ernährung und zur Stärkung der sozio-emotionalen Kompetenzen, Hinweise zur Freizeitgestaltung in Vereinen und Perspektiven für die Zeit nach dem Schulabschluss. Komplettiert wird das Heft durch Kontaktadressen und Telefonnummern, wo nicht nur Jugendliche Hilfe bekommen können. Denn auch wenn der Alkoporter von Jugendlichen für Jugendliche geschrieben wird, lande das Heft im Elternhaus. Fanny Blatt hofft, dass so Angehörige den Mut finden, sich Unterstützung im Fall einer Sucht zu holen.

Eine Abhängigkeit von Drogen, Alkohol oder Glücksspiel ist nicht nur für den Betroffenen ein Problem, erklärt Fanny Blatt. Kinder, die in Familien mit süchtigen Eltern aufwachsen konsumieren selbst früher entsprechende Substanzen, werden selbst zu Abhängigen oder entwickeln psychische Erkrankungen.In Forst haben 38 der 56 von der Suchtberatung Betreuten minderjährige Kinder im Haushalt. Jede vierte betreute Person ist jünger als 27 Jahre. Hauptsächlich geht es um Alkohol, Tabak, Cannabis und am Rande auch Crystal Meth.