ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:36 Uhr

Millionen-Investitionen ins Abwasser

Frank Przychodzki, Werkleiter des Eigenbetriebes (im Bild mit Vorarbeiterin Birgit Kunitz), weist in die Richtung, wo die neue Reinigungsanlage entstehen soll. Rechts die bisherige Sandfanganlage.
Frank Przychodzki, Werkleiter des Eigenbetriebes (im Bild mit Vorarbeiterin Birgit Kunitz), weist in die Richtung, wo die neue Reinigungsanlage entstehen soll. Rechts die bisherige Sandfanganlage. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Rund 3,7 Millionen Euro wird der Eigenbetrieb städtische Abwasserbeseitigung in diesem Jahr in die Ertüchtigung und den Neubau abwassertechnischer Anlagen investieren. Das ist gut eine Million mehr als im vergangenen Jahr. Beate Möschl

Die Stadtverordneten haben grünes Licht gegeben für den Wirtschaftsplan 2016 des Eigenbetriebes. Damit kann es an die Umsetzung gehen. Schwerpunkt der Investitionen sind die Erneuerung und Erweiterung der mechanischen Reinigungsstufe der im Jahr 1999 in Betrieb gegangenen vollbiologischen Kläranlage der Stadt Forst. Rund 2,6 Millionen Euro werden 2016 in die Maßnahme fließen. "Wir haben derzeit nur einen Feinrechen auf der Kläranlage. Das hat sich nicht bewährt", erläutert Frank Przychodzki, Technischer Werkleiter des Eigenbetriebes. "Wir werden zwei Rechenstufen errichten und den Sandfang mit einer Belüftung und damit mit einer Fettabscheidung ausrüsten." So werde künftig vermieden, dass Taucher regelmäßig wegen des Eintrag feiner Sandpartikel die Kombibecken der biologischen Reinigungsstufe beräumen müssen. Bei Starkregen werde der Rechen quasi überflutet. "Dann gelangen auch faserige Bestandteile in die Kombibecken und diese beeinträchtigen den Sauerstoffeintrag und somit die Reinigungsleistung der Kläranlage", erklärt der Techniker. Darüber hinaus werde mehr Sauerstoff benötigt "und damit steigen die Energiekosten". Das Gros der Arbeiten soll in diesem Jahr abgeschlossen werden, 2017 sind weitere Arbeiten geplant, die noch einmal eine Investition von 1,2 Millionen Euro erfordern.

Fortgesetzt werden die Arbeiten zur Erneuerung des Schmutzwasser- und des Regenwasserkanals unter der Sorauer Straße, die im vergangenen Jahr vor dem Textilmuseum begonnen haben und bis zur Brücke über den Mühlgraben abgeschlossen wurden. In diesem Jahr folgt der Abschnitt von der Mühlgrabenbrücke bis zur Rüdigerstraße.

Ein weiterer Schwerpunkt wird der Neubau der Pumpstation am Dornbuschweg in Keune. An der Pumpstation kommen alle Abwassereinleitungen aus dem Bereich Keune mit circa 650 Einwohnern zusammen - über die Pumpwerke Schacksdorfer Straße, Wildweg und Edelweißweg, die in den zurückliegenden Jahren erneuert worden sind.

In Keune hat der Eigenbetrieb im Zusammenhang mit Straßenbaumaßnahmen in den zurückliegenden Jahren regelmäßig Schmutzwasserleitungen erneuert. "Die sind im Bereich Keune zwar noch keine 100 Jahre alt, so wie in der Blumenstraße, wo wir die Kanalsanierung in diesem Jahr abschließen können, aber sie sind erneuerungsbedürftig. Das haben Kamerabefahrungen gezeigt", so Przychodzki. Deshalb werden rund um die neue Pumpstation die Zuleitungen erneuert. Das umfasst in diesem Jahr zunächst die Schmutzwasserleitungen im Dornbuschweg. Der Luisenweg wird begonnen und schwerpunktmäßig 2017 fertiggestellt. Danach folgt die Friedhofstraße.

Die im Frühjahr 2016 beginnende Baumaßnahme zur Erneuerung der Bundesstraße B 112 wird auch den Eigenbetrieb städtische Abwasserbeseitigung über zwei Jahre fordern. "Wir gehen die Maßnahme im Bereich Wasserturmkreisel bis Rosenkreisel gemeinsam mit dem Baulastträger, dem Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, an. Wir betreuen unsere Leistungen, das heißt die Erneuerung der Kanäle, der Landesbetrieb betreut die Straßenbaumaßnahmen", schildert Przychodzki. Rund 1,1 Millionen Euro wird der Eigenbetrieb 2016 und 2017 in das Kanalnetz unter der Spremberger Straße investieren.

Die Investitionen sind weitgehend kreditfinanziert und müssen deshalb mit Augenmaß erfolgen. "Es geht darum, erforderliche Maßnahmen so wirtschaftlich wie möglich zu realisieren. Priorität haben Straßenbaumaßnahmen von Bund, Land, Landkreis und Kommune, der Gewässerschutz und der Zustand der Leitungen", erläutert der Technische Werkleiter.

Zum Thema:
Die Kläranlage in der Gubener Straße ist in den Jahren 1998/99 für rund neun Millionen Euro errichtet worden. Die geplante Kapazität von 70 000 Einwohnergleichwerten wurde vor dem Bau auf 30 000 Einwohnergleichwerte reduziert. Die Anlage ist zu 80 Prozent ausgelastet.