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„Miami wäre auch nicht schlecht“

Ehrenamt am Wochenende: Christina Krautz, Juliane Pritschke und und Marie-Luise Schmidt (v.l.) halten am Eichweger Badesee die Augen offen.
Ehrenamt am Wochenende: Christina Krautz, Juliane Pritschke und und Marie-Luise Schmidt (v.l.) halten am Eichweger Badesee die Augen offen. FOTO: Angelika Brinkop
Döbern.. Christina Krautz, Juliane Pritschke und Marie-Luise Schmidt vertreiben sich die Zeit mit Gesellschaftsspielen. Das Wetter ist nicht so toll und darum der Strand am Badesee Eichwege fast menschenleer. Wenig zu tun für die Rettungsschwimmer. Von Angelika Brinkop

Die drei Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren gehören seit reichlich vier Jahren zur DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) in Forst. Ihre praktische und theoretische Ausbildung zum Rettungsschwimmer haben sie erfolgreich absolviert. An den Wochenenden und vor allem in den Ferien sichern sie den Dienst am Badesee Eichwege mit ab. Vereinschef Steffen Krumpa schaut regelmäßig vorbei, ob alles in Ordnung ist. Wenn es die Sonne etwas besser meint, sitzen die Rettungsschwimmer am Ufer und betrachten das Badegeschehen durch das Fernglas. Sollte einmal etwas geschehen und jemand Hilfe brauchen, sind sie zur Stelle. Dafür trainieren die Vereinsmitglieder wöchentlich.
Bisher ist zum Glück noch nie etwas Ernsthaftes passiert. „Schnittverletzungen, einen Sonnenstich oder einen Insektenstich mussten wir schon behandeln. Ein Seeeinsatz war gottseidank noch nie dabei“ , weiß Juliane Pritschke. „Es wäre schon interessant, zu wissen, ob wir im Ernstfall richtig reagieren. Aber wir sind natürlich froh, dass dieser Fall noch nie eingetreten ist“ , fügen die anderen an.
Die Fernsehserie „Baywatch“ sehen sie alle gern. Auf einer ihrer Rettungsbojen steht sogar „Baywatch“ drauf. Doch ihre ehrenamtliche Arbeit hat natürlich mit den Strandschönheiten im Fernsehen nicht viel zu tun. Aber einmal am Strand von Miami zu arbeiten, dass wäre für die Forster Mädchen schon ein Traum. Doch auch der Strand von Eichwege hat seine Reize. An warmen Tagen schauen sie nicht nur aufmerksam hin, sondern gehen auch gern selber in dem glasklaren Wasser baden. Die Arbeit macht ihnen Spaß und auch das Vereinsleben bietet jede Menge Abwechslung. Grillpartys, Schlauchbootrennen und auch das Training lassen keine Langeweile aufkommen.
In den Ferien sichern die etwa 30 Rettungsschwimmer die Betreuung in Eichwege fast rund um die Uhr. In den Bungalows des Vereins wird übernachtet. Fegen, wischen, Laub harken, oder das Boot säubern gehört auch zu den Aufgaben der Rettungsschwimmer. „Im Großen und Ganzen klappt das auch ganz prima. Nur die großen Jungs versuchen sich manchmal vorm Saubermachen zu drücken“ , meinen die Mädchen. Wenn die DLRG-Fahne am Strand weht, dann wissen die Besucher, dass die Rettungsstation besetzt ist. Auch wenn alle hoffen, dass nichts Gefährliches passiert, durch die ehrenamtliche Arbeit der Rettungsschwimmer, die auch in der Ersten Hilfe gut ausgebildet sind, können sich die kleinen und großen Badegäste etwas sicherer fühlen.