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| 16:15 Uhr

Kommentar
Standortfrage oder Wahlkampf?

Jürgen Scholz
Jürgen Scholz FOTO: Sebastian Schubert / LR
Seit Jahren kämpfen Kolkwitzer darum, wieder eine weiterführende Schule zu erhalten. Heute Abend könnte es soweit sein. Wenn der Kreistag eine Standortentscheidung trifft, die  – vorsichtig gesagt – umstritten ist. Warum muss heute eine Entscheidung getroffen werden? Nur damit im Sommer die ersten Gesamtschüler dort beschult werden, wo nach Ansicht des externen Planungsbüros ohnehin der geeignetste Standort wäre? In der Makarenkostraße. In Cottbus.

Eine Schulstandortbeschluss ist keine Entscheidung für ein, zwei oder drei Jahre, sondern für ein, zwei oder drei Jahrzehnte. Vor allem, wenn damit eine Investition von 20 Millionen Euro plus x verbunden ist. Da müssen heute im Kreistag schon sehr gute Gründe dafür genannt werden, dass unbedingt jetzt ein Beschluss her muss.Oder spielt der 22. April eine Rolle? Am 22. April wollen zwei Protagonisten der Debatte wiedergewählt werden: Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) möchte von den Einwohnern des Landkreises nochmals zum Landrat gewählt werden und der Drebkauer Bürgermeister Dietmar Horke (parteilos), der Altekrüger (und damit seinem Vorgänger im Rathaus) ein Spiel mit gezinkten Karten vorwirft, will auch in die zweite Amtszeit gehen. In der Bildungspolitik ist schon auf anderer Ebene genug experimentiert worden. Und es geht um viel Geld. Die beste Entscheidung wäre wohl, heute noch keine Entscheidung zu treffen.