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| 01:04 Uhr

Mehr Schaden als Beute

Forst.. In der Nacht zu gestern wurde bereits zum dritten Mal binnen knapp einer Woche in die Baracke am Stadion eingebrochen. Dabei gibt es dort nichts zu holen. „Es ist behämmert“ , kommentiert Polizeipressesprecher Berndt Fleischer die Einbruchsserie. In der Stadtverwaltung Forst vermutet man mittlerweile, dass es gelangweilten Jugendlichen vielleicht nur um den „Kick“ geht. Von Jürgen Scholz

In den letzten vier Jahren hat Silvia Schultz noch keine solche Häufung von Einbrüchen in städtische Einrichtungen registriert wie in den vergangenen zwei Monaten. Seit Juni wurde vier Mal in die Kindertagesstätte Mischka eingebrochen. Eine ehemalige Kita war ebenso Ziel von Einbrechern wie das Jugendklubhaus „Eastside“ und das Schülerfreizeitzentrum. Zwei Mal wurde außerdem in den Hort Bieberstein eingestiegen. Und drei Mal in die Baracke am Stadion, die von der Stadt und von vier Vereinen genutzt wird. Silvia Schultz, die im Hauptamt der Stadtverwaltung die Versicherungsangelegenheiten bearbeitet, schätzt den bisher entstandenen Gesamtschaden auf etwa 13 000 Euro, die hauptsächlich auf Beschädigungen zurückzuführen sind. Allein 8 000 Euro Schaden waren beim Einbruch ins Jugendklubhaus entstanden, wo CDs und eine Musikanlage verschwanden, die für eine Disko aufgebaut waren. Auch an anderen Stellen waren Elektronikgeräte die bevorzugte Beute.
Die Einbruchsserie in die Stadionbaracke bleibt allerdings das skurrilste Beispiel für die Knacker-Serie: Der Sachschaden an Fenstern und Türen wird von der Stadt bisher auf etwa 2000 Euro geschätzt. Wie stark die Vereine geschädigt wurden, konnte wegen der Urlaubszeit noch nicht in Erfahrung gebracht werden. Zwei Mal waren Einbrecher durch dasselbe Fenster eingedrungen. Als dies jetzt mit Blech verbarrikadiert wurde, suchten sich die Einbrecher ein anderes Fenster aus. Dabei gab es nichts mehr zu holen. Da selbst das Bier stehen blieb, vermutet Silvia Schultz mittlerweile, dass es nicht immer um Beute geht. „Vielleicht sind die Nächte zu warm und es geht einigen Jugendlichen nur um den Kick.“ Eine Einschätzung, die nicht weit hergeholt scheint. Bei jedem der drei Barackeneinbrüche sei „null“ gestohlen worden, so Polizeisprecher Berndt Fleischer. „Es ist behämmert“ , meint der Polizeisprecher bei der Frage nach möglichen Motiven. Schweigsam wird er bei der Frage, ob die drei Mal angetretene Spurensicherung Hinweise gefunden habe, dass es sich um ein und dieselben Täter handelt.
Bisher hat die Versicherung der Stadt keine Forderungen aufgemacht, wie sie der Kreis nach mehreren Einbrüchen ins Gymnasium auf den Tisch bekommen hatte. Dort befinden sich mittlerweile Überwachungskameras. Jede städtische Einrichtung mit Alarmanlagen auszustatten, wäre wohl kaum bezahlbar. Allein für eine Einrichtung wurde jetzt ein Angebot von 3000 Euro abgegeben. Silvia Schultz sieht deshalb die Lösung in mehr Polizeistreifen.