ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:46 Uhr

Filmdreh bei der Schwarzen Jule
MDR begibt sich in Forst auf „Zeitreise“

Autorin Andrea Besser-Seuß (l.) bespricht mit Wolfram Wortha und Karin Adam die nächste Einstellung.
Autorin Andrea Besser-Seuß (l.) bespricht mit Wolfram Wortha und Karin Adam die nächste Einstellung. FOTO: Thoralf Haß
Forst. Bei den Dreharbeiten über die Schwarze Jule kamen verschiedene Zeitzeugen zu Wort, gefilmt wurde auch im Feuerwehrdepot. Von Thoralf Haß

Das bevorstehende 125-jährige Jubiläum der Forster Stadteisenbahn, im Volksmund liebevoll „Schwarze Jule“ genannt, stößt auch überregional auf großes Interesse. So war kürzlich der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) für sein Geschichtsmagazin „Zeitreise“ auf den Spuren der Schwarzen Jule in Forst unterwegs.

Auf die Forster Jule stieß eine MDR-Redakteurin zufällig. In einem Leipziger Spielzeugladen entdeckte sie ein Modell der Forster Bahn und kam mit dem Verkäufer ins Gespräch. Als ehemaliger Forster erzählte er von der Einmaligkeit der hiesigen Stadteisenbahn. Die Neugier der Redakteurin war geweckt. Nach einigen Telefonaten mit sachkundigen Einwohnern der Stadt wurde die Idee geboren, mit der Jule für den MDR auf „Zeitreise“ zu gehen. „Wir wollten herausfinden, welche Beziehungen die Einwohner der Stadt zu ihrer Bahn heute haben und wie sie damals die Bahn hautnah erlebten“, sagt Autorin Andrea Besser-Seuß von der Produktionsfirma „Werkblende“.

Mit Unterstützung des Museumsvereinsvereins der Stadt Forst konnte Zeitzeugen gewonnen werden, die ihre Erlebnisse mit der Bahn vor der Kamera schilderten. Als „Erinnerungsstück“ diente dabei ein Stück Gleis aus dem Fundus des Brandenburgischen Textilmuseums. Karin Adam, heute in Döbern lebend, erinnerte sich vor an ihre Kindheit in Forst. Für sie war die Schwarze Jule immer ein Abenteuer. Oft versuchte sie, auf die Waggons zu klettern und heimlich ein Stück auf ihrem Schulweg, der an der Bahnstrecke lag, mitzufahren. Wolfram Wortha war als Rangierer bei der Forster Stadteisenbahn beschäftigt und konnte viele Anekdoten aus seinem Berufsleben erzählen. „Die Schilderungen der Zeitzeugen sind hochinteressant und für mich neu“, sagt Andrea Besser-Seuß. Für die Dreharbeiten gab es jede Menge Unterstützung von verschiedenen Einrichtungen wie der Stadtverwaltung oder dem Textilmuseum. Nur eine Frage blieb bis zum Ende ungelöst: woher stammt eigentlich der Name „Jule“?

Ausgestrahlt wird die „Zeitreise“ nach Forst in der gleichnamigen Sendung am 22. Mai um 21.15 Uhr im MDR-Fernsehen.