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Marktbebauung wird jetzt vorgestellt

Treppe ins Nichts – das soll bald anders werden.
Treppe ins Nichts – das soll bald anders werden. FOTO: jas
Forst. 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf zwei Etagen – das sind die Dimensionen der geplanten Ausstellungshalle am Südrand des Marktplatzes. Am 10. April soll ein Entwurf für den 3,5-Millionen-Bau vorgestellt werden. Die Stadt setzt bei der Finanzierung auf EU-Fördergeld. Jürgen Scholz

Stadtabriss, Teich in der Innenstadt, Bevölkerungsschwund im Stadtzentrum - die Unmutsäußerungen im Zusammenhang mit der Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes sind heftig. Dabei wird häufig vergessen, dass es durchaus Bewegung gibt, in Sachen Stadtplanung und dem Thema Neubau. Ein Kernstück des neuen Zentrums könnte die Südrandbebauung werden, die nun offensichtlich in greifbare Nähe rückt. "Es liegen bereits erste Planungen vor. Es wird der wichtigste Bau für das Forster Stadtzentrum", sagt Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (FDP). So sollen die Entwürfe für das Gebäude am 10. April in einer Ausschusssitzung im Rathaus erstmals vorgestellt werden. "Die Entwürfe werden für Diskussionen sorgen", so Goldschmidt, der ein modernes Haus ankündigt, das im Kontrast zur Stadtkirche nahe dem geplanten künftigen Innenstadtsee liegen soll. Sogar ein Imagefilm soll es nach Aussage des Bürgermeisters für den Bau geben. Klar ist auch, was in der geplanten Halle Platz finden soll. Neben der Schwarzen Jule sind das unter anderem eine stadtgeschichtliche Ausstellung, die Touristinformation und das Archiv verschwundener Orte.

Doch der entscheidende Punkt im Zusammenhang mit dem Projekt ist die Finanzierung. Auch hier scheint es inzwischen eine Möglichkeit zu geben. "Wir hoffen bei der Südrandbebauung auf das neue Förderprogramm "Interreg V", sagt der Bürgermeister. Das käme der klammen Finanzlage der Stadt entgegen. Denn über den Fördertopf können Projekte mit einer 85-Prozent-Geldspritze rechnen.

Spannend wird es indes ab 2017. Denn dann soll laut Goldschmidt an der parkähnlichen Anlage gearbeitet werden, die Forsts Stadtzentrum prägen wird. Kostenpunkt: etwa 10 Millionen Euro. Kern des Entwurfes: Ein Seerosenteich hinter der Kirche. Der Entwurf des Büros Sinai hatte im Juni 2012 den Zuschlag bei einem von der Forster Wohnungsbaugesellschaft ausgelobten Wettbewerbs bekommen. Seitdem wird darüber heftig diskutiert.

Das Gesamtkonzept Grüne Mitte wurde vom Ministerium für Landwirtschaft befürwortet. Allerdings nur, "wenn es einheitlich umgesetzt wird und der Rückbau vollständig bis am Mühlgraben realisiert wird". Darauf verweist der stellvertretende Fraktionschef der SPD, Andreas Landow, und zielt damit auch auf den Vorschlag der Aussetzung des Wohnungsabrisses am Markt. Den hatte die Linke-Fraktion zuletzt vorgeschlagen. Landow fürchtet, dass damit die Fördermittel gefährdet wären. Auch vonseiten der CDU gibt es Unterstützung für das Stadtentwicklungskonzept. Die Gestaltung des Areals, das durch einen Ideenwettbewerb im Jahr 2012 festgelegt wurde, werde durch die Partei "vollständig unterstützt", gibt CDU-Fraktionschef Bernd Lehmann zu Protokoll. Die CDU unterstütze zudem den Bau des Pflegeheims durch die Volkssolidarität. Bis Mitte des Jahres soll es eine Entscheidung zu dem Pflegeheim geben, so der Bürgermeister. Damit wäre ein Lückenschluss am Markt, gegenüber der Kirche, erreicht.