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Bürgermeisterwahl
Mit Netzwerken punkten

Mario Großmann lebt zwar in Burg, hat aber viele Verbindungen zu Forst und könnte sich auch vorstellen, hier zu leben.
Mario Großmann lebt zwar in Burg, hat aber viele Verbindungen zu Forst und könnte sich auch vorstellen, hier zu leben. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Mario Großmann aus Burg ist der achte Anwärter auf das Forster Bürgermeisteramt. Von Steffi Ludwig

Warum möchte jemand, der in Burg lebt und in Cottbus arbeitet, Bürgermeister von Forst werden? Diese Frage muss sich Mario Großmann seit seiner Bewerbung für das Forster Bürgermeisteramt in der vergangenen Woche gefallen lassen.

Und der 52-jährige Versicherungsmakler erklärt es so: „Ich kenne durch meine Arbeit viele Unternehmer aus Forst, habe auch viele Freunde aus Forst, und einige davon sind an mich herangetreten und meinten: Ich wäre doch geeignet als Bürgermeister.“ Gerade sein Verhandlungsgeschick, seine Führungsqualitäten, seine großen Netzwerke, sein wirtschaftliches Wissen und sein gesunder Menschenverstand würden ihn für dieses Amt auszeichnen.

Er habe dann einige Tage darüber nachgedacht, so Mario Großmann, und sei dann zu der Entscheidung gekommen: „Die Geschicke der Stadt zu lenken, wäre genau meine Sache.“ Da er in Schwedt geboren sei, kenne er auch die Vor- und Nachteile einer Grenzstadt zu Polen. Über seine Kunden und Freunde habe er in den vergangenen Jahren auch immer wieder Einblicke in die Forster Stadtpolitik bekommen, sei auch öfter hier gewesen. Er wisse deshalb über die Sorgen und Probleme von Forst, kenne die weitere Region auch durch sein Wochenendgrundstück in der Nähe von Schenkendöbern.

Er sei schon lange politisch interessiert, aber noch nie aktiv oder in einer Partei gewesen, berichtet Mario Großmann. Dass er keine direkten Kontakte zu Stadtverordneten oder Stadtverwaltung habe, sieht er nicht als Nachteil. Gerade dieser Blick von außen sei seiner Meinung nach bei vielen Forster Problemen hilfreich wie der wirtschaftlichen Lage. Diese von außen zu analysieren und beispielsweise zu schauen, ob alle Fördermittel ausgereizt wurden, könne die Wirtschaftlichkeit stückweise verbessern, ist er überzeugt. Wie genau, müsse sich dann zeigen, sagt Großmann und führt seine Netzwerke, unter anderem mit Unternehmensberatungen, an. Gerade im Zeitalter der Digitalisierung liege ihm daran, kreative und onlinebasierte Unternehmen nach Forst zu holen. Platz gebe es in leer stehenden Firmengebäuden genug – aber ohne finanzielle Mittel sei auch dies nicht realisierbar. Auch das für Forst wichtige Thema Sicherheit würde er angehen, allerdings nicht mit einer Bürgerwehr, sondern wie andere Städte über Konzepte mit Sicherheitsfachleuten nachdenken.

Das fehlende Verwaltungswissen würde er sich, wenn es soweit sei, aneignen, sagt er. Würde er als Bürgermeister gewählt, würde er auch nach Forst ziehen. Da er keinen Anhang habe – Mario Großmann ist geschieden und hat eine große Tochter – sei das kein Problem. Seine Firma würde passiv weiterlaufen und er würde Mitarbeiter einstellen, die den Bestand betreuen.

Seit 1990 ist Mario Großmann selbstständig in der Versicherungsbranche tätig, leitete viele Jahre eine Geschäftsstelle in Cottbus und ist seit fünf Jahren als Versicherungsmakler am Markt. Gelernt hatte er jedoch Elektromaschinenbauer und arbeitete als solcher auch im Kraftwerk Jänschwalde, absolvierte dort eine zweite Ausbildung zum Fahrzeugelektriker. Zur Wende wechselte er in die Versicherungsbranche.

Auch wenn er viele Unterstützer habe, sei ihm dennoch bewusst, dass er bei den Forster Bürgern mehr Werbung betreiben müsse als andere Bewerber, die in der Rosenstadt leben. Deshalb ist er dieser Tage mit Flyern vor dem Rathaus unterwegs – denn er braucht wie die anderen parteilosen Bewerber 56 Unterstützer-Unterschriften, um als Kandidat zugelassen zu werden.