ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:22 Uhr

Forst
Maries Idee: Die Jule als Schulbus

Kristian Schmidt vom Museumsverein zeigt den Schülern, wo man in den Wasserkessel der Schwarzen Jule hineinschauen kann.
Kristian Schmidt vom Museumsverein zeigt den Schülern, wo man in den Wasserkessel der Schwarzen Jule hineinschauen kann. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Beim Projekttag erlebten Schüler der Grundschule Mitte die Forster Stadteisenbahn ganz nah. Von Katrin Kunipatz

Beeindruckt klettern die Grundschüler wieder aus dem fahrbaren Nachbau der Schwarzen Jule. „Schade, dass die Fahrt so schnell vorbei war“, sagt einer der Jungen. „Toll, wenn die Jule unser neuer Schulbus wäre“, meint Marie. Ihre Mitschüler nickend zu stimmend. Doch dies dürfte schwierig werden. Nur sechs oder sieben Kinder können gleichzeitig in der Jule mitfahren. Außerdem lenkt Familie Herrmann das einzigartige Fahrzeug nur zu besonderen Anlässen durch die Straßen der Stadt.

Gefunden hat diesen Gudrun Klinger, Schulleiterin der Grundschule Mitte. Am 31. Mai vor 125 Jahren wurde die Forster Stadtbahn mit einer Feier im heutigen Forster Hofs – damals Hotel Härtel – eingeweiht. „Deshalb habe ich für unseren Projekttag zum Thema Mobilität und Verkehrserziehung den Donnerstag gewählt“, so die Schulleiterin. In die Vorbereitungen waren das Lehrerteam, Museumspädagogin Cornelia Gäbler, der Museumsvereinsvorsitzender Kristin Schmidt und die Revierpolizei Forst einbezogen.

Wie man durch den Kreisverkehr fährt, probierten die Schüler auf Rollbrettern in der Turnhalle aus.
Wie man durch den Kreisverkehr fährt, probierten die Schüler auf Rollbrettern in der Turnhalle aus. FOTO: LR / Katrin Kunipatz

Die Rundfahrt mit dem Jule-Nachbau war den Schülern der ersten und zweiten Klassen vorbehalten. Zusätzlich lernten sie die ersten Dinge über Verkehrszeichen. In der Turnhalle wurden sie selbst zu Stadteisenbahnfahrern. Sportlehrerin Susanne Noack hatte einen Parcours für Rollbretter aufgebaut. Kegel verwandelten sich in Gemüse und Kohle. Auf den Rollbrettern kniend transportierten die Kinder die Güter. Unfälle gab es kaum, aber Susanne Noack musste die Schüler immer wieder auf die richtige Fahrtrichtung im Kreisverkehr hinweisen.

Die Viertklässler übten derweil beaufsichtigt von den Revierpolizisten Mike Weiskopf und Gerd Marcinak, beim Langsamfahren die Balance zu halten. Erst vor wenigen Wochen hatten sie die Fahrradprüfung bestanden. Wissen rund um das richtige Verhalten im Verkehr, Namen von Verkehrsschildern oder Teilen des Rades mussten sie beim Quiz unter Beweis stellen. Am meisten begeisterte sie der Ausflug zur echten Schwarzen Jule, die seit im Gerätehaus der Feuerwehr auf der Hochstraße steht.

Die Rundfahrt mit der nachgebauten Jule machte den Erstklässlern großen Spaß.
Die Rundfahrt mit der nachgebauten Jule machte den Erstklässlern großen Spaß. FOTO: LR / Katrin Kunipatz

„Für die Kinder ist wichtig, dass sie dieses Stück Stadtgeschichte anfassen können“, so Kristian Schmidt. Der Vorsitzende des Museumsvereins verzichtete deshalb auf lange Erklärungen. In kleinen Gruppen kletterten die Acht- bis Zehnjährigen auf die Lok. Hier zeigte Schmidt, wo Kohle und Wasser eingefüllt wurden und wofür die Hebel wichtig sind. Ihn freut es, das Wissen über die Stadteisenbahn weitergeben zu können. „Schon die Eltern der Kinder haben die Schwarze Jule nicht mehr erlebt“, sagt er. „Und hier erfahren sie, dass es keine Spielzeuglok ist.“

Schulleiterin Gudrun Klinger ist vor allem der regionale Bezug des Projekttages wichtig. Sie begleitete die Fünft- und Sechstklässler in das Textilmuseum, das sich schräg hinter der Grundschule befindet. Anhand des neuen Films über 125 Jahre Forster Stadtbahn und der Ausstellung über die Schwarze Jule erarbeiten sich die Schüler Wissen über die Geschichte und die Geografie der Stadt. Aufmerksam waren sie trotz Hitze bei der Sache – bestimmt nicht nur, weil das Arbeitsblatt benotet wurde.

www.museumsverein-forst.de.