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Kabarett
Marga Bach bringt Saal im Kuckuck zum Beben

Marga Bach begeisterte im Kuckuck mit frechen Sprüchen.
Marga Bach begeisterte im Kuckuck mit frechen Sprüchen. FOTO: Margit Jahn
Forst. „Wer Sahne will, muß Kühe schütteln“ oder „Ist hier jemand aus den gebrauchten Ländern?“

Flott gestylt, mit ihrer Oberweite kokettierend und nicht nur einem frechen Spruch auf den Lippen kam sie am Freitagabend im Jamnoer „Kuckuck“ daher. Marga Bach, Kabarettistin aus Berlin, mit ihrem Pianisten Wolfram Lauenburg. Im voll besetzten Raum wurden Neujahrswünsche mit den Nachbarn ausgetauscht und der Magen war nach einem leckeren Abend-Dinner gut gefüllt. Ein Rundum Sorglospaket. Als „wunderbar“ bezeichnete Claudia Napieralski das Abendessen: „Wir haben durch die Bank alles ausprobiert“.

„Mütterchen Frust“ hieß das Programm von Marga Bach und drehte sich rund um die weihnachtlichen Feiertage, aber auch die Tage danach. Für einige Gäste, so den Mitarbeitern der „KA Rechts-und Fachanwälte“ war es eine nachgeholte Weihnachtsfeier, welches das zehnköpfige Team im Kuckuck am Abend sichtlich genossen hat.

Egal ob Igelchen, Peter, Dieter oder Horst, hier wurde jeder auf die Schippe genommen, der in ihrem Blickfeld war und zu Lachsalven der übrigen Gäste führte. Peter, so genannt von Marga, musste sich auch einige Witzeleien als „Wessi“ der „gebrauchten Länder“, wie Marga sich artikulierte, über sich ergehen lassen. Sie machte dies auf ihre charmante Art und Weise. Ein Besucher gar „musste“ am Abend anwesend sein, welches im Saal dann auf humorvolle Weise ausgiebig analysiert wurde.

Die grellen Scheinwerfer irritierten sie. „Das Konsortium muss ich mir ankieken. Große Fresse und ganz hinten sitzen“ donnerte sie von der Bühne los. „Das Konsortium hätte ich gern im Blick. Ich bin ja auch nicht zu übersehen“ witzelte sie dann weiter. Nachdem das Licht dann nachgesteuert wurde, ging es musikalisch den weiteren Abend zur Sache: „Zehn Meter gehen, ja mei ist das schön“.

Vorfreude und DDR Zeiten waren ein weiteres Thema: von Weihnachtskugeln liebevoll in Zeitungspapier verpackt, wo man jedes Jahr beim erneuten Auspacken die Schlagzeilen der vergangenen Jahre lesen konnte und echten Kerzen am Baum. „Heute kannst du alles kaufen, die machen alles kaputt“ bedauerte sie beständig. Stiefel zum Nikolaus putzen: „Heute geht es in den Aldi, und man kauft neue“. Wurde früher noch wirksam mit dem Weihnachtsmann gedroht, „kommen sie heute daher und drohen mit dem Jugendamt wegen seelischer Grausamkeit“.

„Wir sind die Genießer“ und müssten stolz sein auf alle Pummeligen, war eine ihrer Devisen. Beim Kampf mit dem „Unterziehdrunterkampfanzug“ dem Korsett, blieb keine Auge trocken. Der Stolz auf „uns Ostfrauen“ war dann das nächste große Thema. „Ist hier jemand aus den gebrauchten Ländern?“ fragte sie. Und später zusammenfassend: „Die Wessis geben erst dann Ruhe, wenn der letzte Ostdeutsche aus dem Grundbuch ausgetragen wurde.“ Der kleine Saal bebte vor lachen. Natürlich blieb es nicht nur beim Weihnachtsthema, sondern der Abend zog sich von der Pubertät bis zu Liebesbelangen. Kabarett vom Feinsten.

(Margit Jahn)