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| 15:15 Uhr

Passarius-Broschüre
Neues vom Forster Fontane

Manfred Geisler mit dem neu aufgetauchten Manuskript aus dem Jahr 1905.
Manfred Geisler mit dem neu aufgetauchten Manuskript aus dem Jahr 1905. FOTO: Angela Hanschke
Forst. Manfred Geisler legt dritte Veröffentlichung zu Friedrich Passarius vor. Von Angela Hanschke

Aller guten Dinge sind drei, heißt es. Für die dritte Passarius-Broschüre, die Manfred Geisler in der vergangenen Woche während des 50. Forster Geschichtsstammtisches vorgestellt hat, trifft dies in vollem Umfang zu. Seit beinahe einem Jahrzehnt fahndet Manfred Geisler unentwegt nach weiteren Teilen des Tagebuchs, die der Forster Ehrenbürger Friedrich Passarius (1824-1911) verfasste.

In Forst hinterließ dieser Spuren als Bäcker, Gastwirt, Vorsitzender des Sportvereins TV 1861, Stadtverordneter und Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr Forst, deren erster Wehrführer er ebenfalls war. Passarius – beinahe „ein Forster Fontane“, der aufgrund der Beobachtungen in seiner Heimatstadt äußerst detailreich und bürgernah das Leben der damals knapp 3000 Einwohner beschrieb.

Er steht in der Reihe der bedeutendsten Forster Chronisten. Seine handschriftlichen Aufzeichnungen, die er in einem verschollenen zwölfbändigen Original festhielt, gelten als Standardwerk für heimatgeschichtlich Interessierte und wurden in der Vergangenheit leider nur fragmentarisch unter dem Titel „Tagebuch eines alten Forsters“ abgedruckt. Seine von Manfred Geisler verfasste Biografie findet sich im Forster Jahrbuch von 2011.

Der ersten, im selben Jahr von ihm herausgegebenen Broschüre, die die Jahre zwischen 1813 und 1843 in kompakter Form umfasst, folgte ein zweiter Band mit Ereignissen zwischen den Jahren 1849 und 1869. Nun reichte Manfred Geisler die dritte Ausgabe unter dem Titel „Aus dem Tagebuch eines Alten“ mit Erinnerungen aus den Jahren 1589 bis 1901 nach. Zu verdanken ist dies einem glücklichen Fund aus dem Besitz von Frank Owczarek, den dieser zur Verfügung stellte. Inzwischen plant der „geistige Passarius-Erbe“ bereits eine Bibliografie sowie die möglichst umfassende Herausgabe aller Veröffentlichungen sowie ein Glossar mit Stichworten zu Personen und Ereignissen.

Die drei Passarius-Hefte können im Brandenburgischen Textilmuseum zum Einzelpreis von vier Euro erworben werden. Als Komplettpaket kosten sie 10,50 Euro. Da die Geschichte eines der letzten Menschheitsabenteuer ist, sind weitere überraschende Zufallsfunde nicht ausgeschlossen. Manfred Geisler bittet daher die Leser der RUNDSCHAU: „Sollten Ihnen Schriften, Skizzen und Fotos von und mit Passarius unterkommen“ wird um Kontakt unter mfgeisler@t-online.de beziehungsweise telefonisch unter 03562 660619 gebeten.