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| 17:35 Uhr

Rekultivierung in der Lausitz
Für die Malxe wird das Bett vorbereitet

Spatenstich mit schwerer Technik vor sieben Jahren: Vattenfall-Bergbauleiter Detlev Dähnert hebt das erste Loch für die Malxe aus.
Spatenstich mit schwerer Technik vor sieben Jahren: Vattenfall-Bergbauleiter Detlev Dähnert hebt das erste Loch für die Malxe aus. FOTO: Bodo Baumert
Bohrau/Heinersbrück. Zwischen Heinersbrück und Bohrau wächst die Neugier. Dort sind die Arbeiten zur naturnahen Rückverlegung der Malxe im Gange. Sie erfolgen bei laufendem Tagebaubetrieb und werden noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Von Beate Möschl

Vor sieben Jahren wurde die Baustelle zur naturnahen Rückverlegung der Malxe vom damaligen Bergbauunternehmen Vattenfall und Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) eröffnet. Der Fluss war zwischen Bohrau und Heinersbrück bereits 1972 aus der Landschaft verschwunden. Er hatte damals dem Kohleabbau im Tagebau Jänschwalde Platz gemacht. Nun soll er zurückkehren an seinen alten Platz. Doch es wird noch Jahre dauern, bis wieder Wasser zwischen Bohrau und Heinersbrück fließt.

Auch für den Bergbau ist es eine Besonderheit, dass ein Flussbett auf Kippenflächen verlegt wird. „Ein solches Vorhaben setzt viel Planung und Vorbereitung voraus, daran wird seit Jahren gearbeitet. Da der Fluss später mit dem Grundwasser verbunden sein wird, sind besondere Erdbauarbeiten zur Verdichtung des Untergrundes notwendig. Damit sind wir ganz am Anfang. In den ersten beiden Bauabschnitten ist die Verdichtung des Bodens unterhalb des späteren Flussbettes erfolgt“, sagt Birgit Schroeckh, Referentin für die Tagebauplanung Cottbus-Nord und Jänschwalde beim Bergbauunternehmen Leag.

Damit sei der Anfang gemacht und der erste Teil des Unterbaues für die Malxeaue vorbereitet. Das erfolgt auf insgesamt sechs Kilometern Länge. „Das ist wie beim Hausbau. Es muss zuerst ein Fundament gebaut werden“, erklärt Birgit Schroeckh. „Wenn die Untergrundsicherung abgeschlossen ist,  kann mit den Erdbauarbeiten zur Ausformung des Flussbetts begonnen werden.“ Das wird erst nach 2023 sein. Dann geht der Tagebau Jänschwalde außer Betrieb. Die Sicherung und Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft wird dann zur Hauptaufgabe in dem Bereich.  Dann werden schrittweise die Brunnen abgestellt. Und in dem Maße, wie das Grundwasser wieder steigt, wird sich der Wasserstand des Flusses wieder so einstellen, wie er früher war. Das ist die Vorgabe des bereits 2002 genehmigten Braunkohleplans für den Tagebau Jänschwalde und die Wiedernutzbarmachung.

Demzufolge ist die Malxe in einem Renaturierungsbereich zurückzuverlegen. Deshalb wird eine naturnahe Auenlandschaft gestaltet, durch die sich die Malxe nicht nur in einem bis zu zehn Meter breiten Flussbett schlängeln, sondern  auch kontrolliert über die Ufer treten kann. Zwischen 135 und 145 Meter breit wird die flussbegleitende Auenlandschaft innerhalb eines bis zu 1000 Meter breiten Tales sein, gesäumt von kleinen Waldstreifen. „Auch für einen Hochwasserfall wird die Malxeaue zwischen Bohrau und Heinersbrück vorbereitet, damit sie genug Wasser aufnehmen kann“, sagt Birgit Schroeckh und erinnert daran, dass das Gebiet südlich der eiszeitlichen Endmöräne zwischen Grötsch und Bohrau von jeher sehr grundwassernah war und für die landwirtschaftliche Nutzung erst melioriert werden musste.

Aufgabe des Bergbaubetreibers ist es, eine sichere Bergbaufolgelandschaft herzustellen mit einem sich selbst regulierenden nachbergbaulichen Wasserhaushalt, der sich annähernd so einstellt, wie es früher war.