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| 18:15 Uhr

Landwirtschaft
Maiks Traumberuf: Traktorfahrer

Die großen Maschinen begeistern den angehenden Landwirtschaftshelfer Maik Herdlitschke. Susanne Zahn, Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Forst hat ihn vor drei Jahren als Lehrling eingestellt.
Die großen Maschinen begeistern den angehenden Landwirtschaftshelfer Maik Herdlitschke. Susanne Zahn, Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft Forst hat ihn vor drei Jahren als Lehrling eingestellt. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Die Forster Agrargenossenschaft braucht Nachwuchs. Nicht immer fanden sich Azubis.

Staub wirbelt auf, als Maik Herdlitschke mit dem Traktor über den abgeernteten Rapsacker fährt. Seine Aufgabe am Mittwochnachmittag: Die Stängel mit dem Mulcher, der hinten am Traktor befestigt ist, abschneiden und zerkleinern. Als angehender Landwirtschaftshelfer arbeitet der 21-Jährige bereits völlig eigenständig. Die Aufgaben variieren. Noch am Vormittag hat er Gülle gefahren, am Nachmittag sitzt er auf dem Schlepper. Während der Ausbildung waren auch Mähdrescher, Kartoffelroder oder Legetechnik dabei. Weil Maik Herdlitschke bereits einen Führerschein hatte, konnte er schon im ersten Lehrjahr auf der Großtechnik eingesetzt werden, berichtet Susanne Zahn.

Mit einem Traktor und dem anhängenden Mulcher bearbeitet Maik Herdlitschke einen abgeernteten Rapsacker in Forst.
Mit einem Traktor und dem anhängenden Mulcher bearbeitet Maik Herdlitschke einen abgeernteten Rapsacker in Forst. FOTO: LR / Katrin Kunipatz

Die Vorstandsvorsitzende der Forster Agrargenossenschaft ist froh, den jungen Kathlower nach einem Betriebspraktikum in die Ausbildung übernommen zu haben. Er sei mit Begeisterung dabei. Vor allem habe er Verständnis für die Besonderheiten, die der Beruf mit sich bringt. „In der Landwirtschaft muss man flexibel sein“, erklärt Susanne Zahn. Vor allem in der Pflanzenproduktion seien viele Arbeiten wetterabhängig. In der Erntezeit sind feste Arbeitszeiten nicht immer möglich. Maik Herdlitschke wusste, worauf er sich einlässt. „Ich habe zu Hause auch Landwirtschaft“, sagt er. Und seine Freundin, die ebenfalls in der Branche arbeite, hat Verständnis dafür.

Der Landwirtschaftshelfer ist in diesem Sommer nicht der Einzige, der bei der Agrargenossenschaft Forst seine Lehre abschließt. Zwei Landwirte haben ihre Prüfungen vor wenigen Tagen bestanden. Einer der beiden wird genau wie Maik Herdlitschke in den Betrieb übernommen. „Zwei Traktoristen gehen in Rente und der Nachwuchs rückt auf“, erklärt Susanne Zahn. Die meisten der insgesamt 43 Mitarbeiter haben bei der Agrargenossenschaft in Forst gelernt. So geht es weiter. Nach dem Ende der Sommerferien starten wieder drei Azubis – zwei Landwirte und ein Landwirtschaftshelfer. Außerdem gibt es noch zwei Studenten, die im Rahmen der Dualen Ausbildung Lehrberuf und Studium kombinieren.

Nicht immer war es so, bemerkt die Vorstandsvorsitzende. Vor drei Jahren gab es einen Engpass. Nur ein junger Mann trat damals die Lehre an. Im Idealfall versucht Susanne Zahn zwei Auszubildende pro Jahr einzustellen, auch weil sie weiß, dass nicht alle die dreijährige Lehre beenden. Die Suche nach geeignetem Nachwuchs läuft über verschiedene Wege. So sind die Lehrstellen beim Arbeitsamt ausgeschrieben. Die Agrargenossenschaft stellt sich bei der Ausbildungsmesse vor, nutzte in diesem Jahr den Tag des offenen Unternehmens und wirbt im Internet und im Direktverkauf um Azubis.

Die meisten Kontakte zu den künftigen Lehrlingen ergeben sich über Schülerpraktika, Ferienarbeit oder im Rahmen des berufsvorbereitenden Jahres. Eine gute Chance für den Betrieb, die jungen Menschen kennenzulernen. „Wichtigstes Kriterium sind Lernbereitschaft, Interesse und Begeisterung“, sagt Susanne Zahn. Im Verlauf der drei Lehrjahre zeige sich auch, wo die Fähigkeiten des Einzelnen liegen. Grundsätzlich umfasst der Beruf des Landwirts die Tier- und die Pflanzenproduktion. Für Maik Herdlitschke war schnell klar: Er will die großen Maschinen auf den Feldern bewegen. Er brachte Verständnis für Technik mit und sei deshalb tatsächlich in der Pflanzenproduktion am besten aufgehoben, so Zahn. Sie ist zuversichtlich, dass er am August die Prüfung zum Landwirtschaftshelfer besteht.

Auffällig ist für Susanne Zahn, dass nur wenig Mädchen einen Beruf in der Landwirtschaft wählen. Dabei seien im Kindergarten- und Grundschulalter Jungen und Mädchen gleichermaßen von den großen Maschinen und den Kühen im Stall entzückt. Im Moment gibt es unter den sieben Azubis der Forster Agrargenossenschaft nur eine junge Frau. Ein Fakt, der sich vielleicht noch ändert. Im Betrieb gibt es ähnlich viele Frauen wie Männer. Sicher ist die Vorstandsvorsitzende, dass es Landwirte in Zukunft geben werden. „Selbst wenn nicht klar ist, wie Landwirtschaft gestaltet wird, wollen doch alle zu essen und zu trinken haben“, sagt sie.