ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:35 Uhr

„LR vor Ort“ in Forst
„Wir freuen uns auf das Neue“

 Vor Ort im alten Jugendklubhaus: RUNDSCHAU-Reporter Sven Hering mit Daniel Nothnik vom Nix-Verein (v.l.) sowie Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke und Andreas Kaiser, Fachbereichsleiter Soziales (v.r.). Im Hintergrund am Loch im Boden ist zu erkennen: Es wurde auch Stroh als Baustoff verwendet.
Vor Ort im alten Jugendklubhaus: RUNDSCHAU-Reporter Sven Hering mit Daniel Nothnik vom Nix-Verein (v.l.) sowie Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke und Andreas Kaiser, Fachbereichsleiter Soziales (v.r.). Im Hintergrund am Loch im Boden ist zu erkennen: Es wurde auch Stroh als Baustoff verwendet. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. „LR vor Ort“ war im künftigen Kinder- und Jugendzentrum zu Gast. Nix-Verein ist gespannt. Von Steffi Ludwig

„Wir freuen uns auf das Neue, das hier entsteht“, meint Daniel Nothnick vom Forster Nix-Verein beim Rundgang durch das ehemalige Forster Jugendklubhaus „East Side“. Denn hier, in der ehemaligen Fabrikantenvilla von 1920, soll das künftige Kinder- und Jugendzentrum der Stadt entstehen. Der Nix-Verein wird es im Auftrag der Stadt betreiben und mit Leben erfüllen: mit Fachkräften und vielen Angeboten. „Denn vom Jugendangebot lebt auch eine Stadt“, so Daniel Nothnick. „Und mit dem Haus ist ein wunderschönes Objekt gefunden mit einer tollen Lage.“ Denn das jetzige Schülerfreizeitzentrum im Keuneschen Graben ist zu weit weg von der Innenstadt – und zudem deutlich sanierungsbedürftig. Es soll schließen, sobald das neue Kinder- und Jugendzentrum in der Gubener Straße fertig ist.

Doch das wird noch eine Weile dauern: genauer gesagt drei Jahre bis 2022. Denn wie die Besucher der Veranstaltungsreihe „LR vor Ort“ am Donnerstagabend sehen konnten, ist eine ganze Menge zu tun. „Es ist eine besondere Herausforderung, da dies früher ein Wohngebäude war“, erklärt Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke auf eine Frage von RUNDSCHAU-Reporter Sven Hering. Zudem sei in den vergangenen 50 Jahren hier wenig gemacht worden. Löcher in den Wänden am Treppenaufgang und im Boden zeigen: Hier wurde noch mit Stroh gebaut und gedämmt.

 Vor Ort im alten Jugendklubhaus: RUNDSCHAU-Reporter Sven Hering (2.v.l.) mit Daniel Nothnick vom Nix-Verein sowie Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke und Andreas Kaiser, Fachbereichsleiter Soziales (v.l.). Foto: Steffi Ludwig
Vor Ort im alten Jugendklubhaus: RUNDSCHAU-Reporter Sven Hering (2.v.l.) mit Daniel Nothnick vom Nix-Verein sowie Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke und Andreas Kaiser, Fachbereichsleiter Soziales (v.l.). Foto: Steffi Ludwig FOTO: LR / Steffi Ludwig

Deshalb seien vor allem statisch-konstruktive Begutachtungen wichtig, die in den nächsten Wochen angefertigt werden sollen. Wie sind vor allem die Räume in der oberen Etage belastbar? Nach diesen und weiteren Fragen richte sich dann auch, in welchen Raum welche Nutzung einziehen könne.

Denn gewünscht haben sich die Jugendlichen, die dafür befragt worden waren, so einiges: einen Kreativ-Bastel-Raum, einen Fitnessraum, eine Küche, und in der Tat ein Hausaufgabenzimmer, so Daniel Nothnick. Zwar seien auch unrealistische Dinge wie ein Bungee-Jumping-Turm dabei gewesen. „Jetzt muss geschaut werden, was baulich funktioniert.“

 Stuckdecken in verschiedenen Farben und Ausführungen zieren die Räume des Hauses.
Stuckdecken in verschiedenen Farben und Ausführungen zieren die Räume des Hauses. FOTO: LR / Steffi Ludwig

Holzschutzgutachten, Bauwerksuntersuchung, Baugrunduntersuchung oder brandschutztechnische Grundeinschätzung: All dies ist notwendig und zum Teil auch schon begonnen worden, so Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke. Derzeit werde die Entwurfsplanung überarbeitet, im Mai konnte das Planungsbüro Bauplanung Bautzen gebunden werden. „Ein sehr starker Partner, der uns auch bei der Schwimmhallensanierung begleitet“, freut sich Heike Korittke. Im vierten Quartal 2019 rechne sie damit, die Baugenehmigung beantragen zu können.

 Das Haus als Fabrikantenvilla aus dem Jahr 1920 wurde noch mit Stroh gebaut, wie dieses Loch im Boden zeigt.
Das Haus als Fabrikantenvilla aus dem Jahr 1920 wurde noch mit Stroh gebaut, wie dieses Loch im Boden zeigt. FOTO: LR / Steffi Ludwig

Der zeitliche Ablauf sei im Vorfeld viel von den Stadtverordneten kritisiert worden. Doch die 1,5 Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Landesprogramm „Investitionspaket soziale Integration im Quartier“ seien nun mal in Jahresscheiben bis 2022 festgelegt. „Da gibt es keinen Ermessensspielraum“, so Heike Korittke. Für die Jugendlichen sei das natürlich eine unendlich lange Zeit. „Für Bauleute ist das normal“, schmunzelt Heike Korittke.

Andreas Kaiser, Fachbereichsleiter Soziales, räumt mit dem Vorurteil auf, dass quasi zwei Jugendzentren entstehen, die nur einen Steinwurf voneinander entfernt sind. Denn was der neue Verein Forst4You im ehemaligen Kultur- und Begegnungszentrum Park 7 in der Parkstraße aufbaue, habe eine ganz andere Profilierung als das Kinder- und Jugendzentrum. Denn beispielsweise die Bandproberäume befinden sich nun im Park 7. „Wir haben einen engen Kontakt mit dem Eigentümer des Park 7, sodass wir beide Objekte als gute Ergänzung sehen – vielleicht gibt es ja künftig sogar eine Wanderbewegung vom einen zum anderen.“