Von Sven Hering

Die gute Nachricht zuerst: Noch in diesem Jahr soll die Cottbuser Straße in Forst wieder für den Verkehr freigegeben werden. Das wurde am Donnerstagabend im Rahmen der Veranstaltung „LR vor Ort“ direkt an der Baustelle verkündet. Rundschau-Redakteurin Steffi Ludwig, die die Veranstaltung moderierte, konnte Frank Przychodzki vom Eigenbetrieb Städtische Abwasserbeseitigung sogar einen konkreten Termin entlocken. Am 6. Dezember, so erklärte der Werkleiter, solle die Straße wieder ihrer Bestimmung übergeben werden.

Doch vor dem angekündigten Nikolausgeschenk müssen sich – und das ist die schlechte Nachricht – die Anwohner und vor allem Forster Händler noch mehrere Monate in Geduld üben. Dabei ist diese in den vergangenen Monaten schon arg strapaziert worden. „Wir verzeichnen einen enormen Umsatzeinbruch“, erklärte Katrin Berger, die in der Straße eine Buchhandlung betreut. „Vor allem die Laufkundschaft fehlt.“ Das bekommt gerade jetzt, wo die Baustelle direkt vor ihre Haustür gezogen ist, auch Margit Jahnel vom gleichnamigen Lichthaus zu spüren. Im Gewerbeverein, wo sie im Vorstand mitarbeitet, habe man sich zeitig Gedanken gemacht, wie man die Kunden trotz der Baustelle in die Läden bekomme. „Wir sind froh, wenn die Baustelle fertig ist, das ist noch eine sehr lange Zeit für uns“, sagte sie.

Kanal mehr als 100 Jahre alt

Dass die Arbeiten notwendig sind, verdeutlichte Torsten Wiemer vom Landesbetrieb Straßenwesen. Anfang der 90er Jahre sei die Bundesstraße das letzte Mal saniert worden. Bei den turnusmäßigen Untersuchungen seien Schäden festgestellt worden. „Wenn eine Straße Schlaglöcher hat, ist es eigentlich schon zu spät, so lange wollten wir nicht warten“, betonte er. Der städtische Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung klinkte sich aus dem gleichen Grund mit ein. „Wir hatten das Glück, das Herstellungsdatum auf einem freigelegten Kanal zu finden – das war der 20. März 1913“, verriet Frank Przychodzki. „Für uns gab es die Chance, mit auf den Zug aufzuspringen und die Kanäle zu erneuern, die haben wir genutzt“, ergänzte er.

Ähnliches gilt für die Stadt, wie Sabine Jahnke, Fachbereichsleiterin Bauen, erklärte. So werde an der Kreuzung Cottbuser Straße/Bahnhofstraße ein Unfallschwerpunkt entschärft, kündigte sie an. Radfahrer bekommen vor dem Kreuzungsbereich eine eigene Spur auf der Straße, die entsprechend markiert wird. Damit sollen sie für die anderen Verkehrsteilnehmer deutlich wahrnehmbarer sein als in der Vergangenheit und Unfälle verhindert werden. Forderungen von Gästen der Gesprächsrunde, an der Kreuzung eine Ampelanlage zu installieren, musste Sabine Jahnke eine Absage erteilen: „Dafür reicht das Verkehrsaufkommen an dieser Stelle nicht aus, das hat eine Zählung ergeben.“

Kurze Absprachen mit dem Bauleiter

Uwe Schmidt vom Bauunternehmen Eurovia hatte für die Anwohner, die sich um die Erreichbarkeit ihrer Grundstücke sorgten, einen Rat parat: In der Regel ließen sich derartige Probleme mit dem Bauleiter vor Ort sehr unkompliziert lösen.

Die Stadt wiederum versprach, bei der Bauabnahme genau auf mögliche Schäden auf Fuß- und Radwegen zu achten. Damit das angekündigte und sehnlichst erwartete Nikolausgeschenk am Ende nicht zu einer Enttäuschung wird.