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| 02:34 Uhr

Lösung bei Pausenproblematik noch nicht in Sicht

Schulkonferenz in Döbern: Im September hatte das Gremium die Vorverlegung des Unterrichtsbeginns beschlossen.
Schulkonferenz in Döbern: Im September hatte das Gremium die Vorverlegung des Unterrichtsbeginns beschlossen. FOTO: guc
Döbern. Eine Lösung für das Problem von zu kurzen Pausen an der Grundschule Döbern ist nicht in Sicht. Um den Unterricht 15 Minuten eher beginnen zu lassen, müsste der gesamte Fahrplan des Spree-Neiße-Kreises verändert werden. Nicolay-Guckland/ Ludwig

"Ständig sagen wir: Esst nicht so hastig, schlingt euer Essen nicht so herunter", sagt Beatrice Bichteler aus Triebelow. Ad absurdum wird dieser Grundsatz in der Schule ihres Kindes während des Mittagessens und der Frühstückspause geführt. Dann nämlich müssen die Kinder der Mosaik-Grundschule ihr Essen herunterschlingen. In 25 Minuten sollen die Grundschüler Mittag essen.

Das Problem: Seit diesem Schuljahr essen nahezu doppelt so viele Schüler in der Kantine, denn es wird ein zweites Essen angeboten. Schon immer war die Mittagspause mit 25 Minuten knapp kalkuliert, aber nun müssen die Kinder auch noch anstehen. "In Zweier-Reihe über den halben Flur warten sie dann auf ihr Essen", schildert Marion Karrasch, deren Kind die zweite Klasse besucht, das Problem.

Eine Lösung wurde in der Eltern- und der Schulkonferenz vorgeschlagen: Wenn die Schule nicht erst 8.15 Uhr sondern bereits 8 Uhr beginnen würde, könnten die Frühstückspause um fünf und die Mittagspause um zehn Minuten verlängert werden. Doch die Umsetzung ist ein Problem: Ein Großteil der Kinder der Döberner Grundschule ist auf den öffentlichen Nahverkehr angwiesen. Einige Busse erreichen erst 8.10 Uhr Döbern.

Um sich dafür stark zu machen hat der Leiter der Döberner Schulkonferenz, René Prüfer, bereits bei dem für den Nahverkehr zuständigen Landkreis vorgesprochen (RUNDSCHAU berichtete), auch dem Landrat hat der Elternvertreter bereits das Problem geschildert. Zum Kreistag im Dezember hatten Vertreter der Schule auf das Problem aufmerksam gemacht.

Inzwischen haben die Fachbereiche der Kreisverwaltung den Sachverhalt geprüft. Im Bildungsausschuss des Landkreises wurde verkündet: "Der Landkreis sieht eher internen Handlungsbedarf und nicht beim öffentlichen Personennahverkehr." Im Wirtschaftsausschuss wurde vorgestellt, welche Mehrkosten entstehen würden. Würden die Schüler im so genannten Schülerspezialverkehr, also zum Beispiel mit Taxen befördert werden, würden pro Jahr etwa 405 000 Euro mehr fällig werden. 228 000 Euro würde es nach Angaben des Verkehrsplaners kosten, würden die notwendigen Busse 15 Minuten eher in Döbern ankommen. Die Kosten entstehen durch höhere Personalkosten und zusätzliche Busse.

Einzige Möglichkeit, damit keine zusätzlichen Kosten entstehen, wäre eine Änderung des gesamten Fahrplans des Spree-Neiße-Kreises. Dann würden aber überall die Busse 15 Minuten eher fahren. Ob damit alle anderen Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs einverstanden wären, das sieht der Wirtschaftsausschuss kritisch. Die Kreisverwaltung will zur Lösung des Problems nun erst einmal persönliche Gespräche mit der Schulleitung und der Schulkonferenz führen. In den kommenden zwei Wochen wollen sich die Verantwortlichen an einen Tisch setzen.