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| 16:35 Uhr

Mit Bürgern im Gespräch
Lockere Runde beim Zak-Verein

Die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek steht den Frauen beim Zak-Verein Rede und Antwort.
Die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek steht den Frauen beim Zak-Verein Rede und Antwort. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Bürgermeisterin setzt auf Geld vom Land, Geduld und den positiven Blick auf Forst. Von Katrin Kunipatz

Es ist ein Gespräch auf Augenhöhe. Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) setzt sich am Mittwoch für zwei Stunden zu den Frauen beim Zak-Verein. Seit fünf Monaten ist sie jetzt im Amt. „Sie werden es nicht glauben, aber ich lebe ruhiger als vorher“, erklärt Simone Taubenek. Auf den höheren Zeitaufwand, den das Amt mit sich bringt, habe sie sich eingestellt. Auch ihre Familie komme damit klar, so die Bürgermeisterin.

Sie selbst lebt seit 18 Jahren in Forst. „Ich habe in dieser Zeit erlebt, wie viel sich getan hat“, sagt Simone Taubenek. Sie verweist auf die vielen sanierten Häuser in der Stadt. Aber es werde kaum positiv wahrgenommen, merkt sie kritisch an und räumt ein, dass Forst Probleme hat. Diese resultieren vor allem aus dem immer noch anhaltenden Bevölkerungsrückgang und dem Schuldenberg von 40 Millionen Euro.

Bettina Gasch fragt, was die Bürgermeisterin tun wolle, um Forst lebenswert zu machen, damit wieder mehr Leute hierher kommen. „Keinesfalls sollten wir schlecht über die Stadt reden“, spricht Simone Taubenek den in ihren Augen wichtigsten Gedanken aus. Forst habe viel zu bieten: Kindergartenplätze, vielfältige Grundschulen, ein Gymnasium, ein Krankenhaus und einige kleine Kultureinrichtungen. Gern würde sie eine Rückzugsprämie zahlen, aber ohne finanziellen Spielraum sei es einfach nicht möglich. Simone Taubenek erläutert, dass sie mit dem Land Brandenburg und dem Bund im Gespräch sei, denn dort gebe es gerade für den Strukturwandel viel Geld. Beispielhaft nennt Taubenek die Eisenbahnbrücke über die Euloer Straße: „Wenn die Stadt dafür fünf Millionen Euro in die Hand nimmt, muss es für Forst eine Verbesserung bringen und ein zweites Gleis entstehen.“

Bei anderen Themenfeldern, wie den von Gabriele Frohnert gewünschten Nachtzügen zwischen Forst und Cottbus oder einem vernünftigen öffentlichen Stadtverkehr, verweist Simone Taubenek auf die Zuständigkeit des Landkreises Spree-Neiße.

Marlies Moye vom Seniorenbeirat fragt nach, wie es um die Goetheschule und die Idee seniorengerechten Wohnens in dem Gebäude steht. Noch gebe es nichts Neues, so Taubenek. Mit den Stadtverordneten wurde vereinbart, dass halbjährlich zum Stand des Projektes berichtet wird. „Man muss Geduld haben, auch wenn es einem nicht passt“, sagt die Bürgermeisterin. Dies trifft im Moment auch auf die Grüne Mitte zu. Klar wäre es schön, das Gelände ringsum zu bebauen. Wenn dann die Geschäfte von der Berliner Straße einzögen, hätte Forst wieder ein richtiges Zentrum. „Aber wir können es nur als Baugebiet ausweisen, wenn der Bedarf da ist“, erklärt Simone Taubenek. Und dies sei im Moment nicht der Fall. „Es gibt in der Stadt 5000 ausgewiesene Bauplätze und jede Menge Leerstand. Schon jetzt wohnt über die Hälfte der Forster in Einfamilienhäusern“, benennt die Bürgermeisterin die Fakten

Anregungen aus der Frauenrunde gibt es für einen barrierefreien Treffpunkt für die Vereine in der Forster Innenstadt. Vielleicht ließe sich in den leerstehenden Ladengeschäften an der Berliner Straße etwas tun. Konkret ist der Wunsch von Nadine Jandke nach einer Bank und einem Dach an der Bushaltestelle Mühlenstraße. Es folgt der Hinweis auf die verfaulten Bänke an Schlaugks Eckchen. Marlies Moye schlägt vor, im Freibad fünf tragbare Liegen zum Ausleihen anzuschaffen. Simone Taubenek schreibt mit. Zur Sprache kommen noch ganz persönliche Anliegen. Bei manchen rät die Bürgermeisterin, den direkten Kontakt – beispielsweise zur Forster Wohnungsbaugesellschaft oder den Abgeordneten zu suchen.

Als Bürgermeisterin ist sie Chefin der Stadtverwaltung. In der Runde macht sie klar: „Ich bin nicht daran interessiert, Strukturen zu ändern.“ Nur ihren Arbeitsstil wolle sie beibehalten. „Ich möchte eine Sache nur einmal anfassen, erledigen und mich danach dem nächsten Problem zuwenden“, sagt Simone Taubenek. Sie versucht zu erklären, warum es für eine verschuldete, auf Fördermittel angewiesene Stadt nicht einfach ist. Schnell mussten die Anträge für das Stadion am Wasserturm und das Rad- und Reitstadion eingereicht werden. Voraussichtlich bis Ende Oktober werde sich entscheiden, ob Forst die erste Hürde genommen hat und die Projekte detailliert beschrieben werden müssen. „Dies bedeutet wieder viel Arbeit, die kaum jemand sieht“, sagt Simone Taubenek.