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Forst
Leckeres aus Laura, Agila und Talent auf dem Teller

Mit der Feuerwehr schweben die Forster Rosenkönigin Jessica I. und Blumenfee Blumenfee Sieb (r.) zur Kartoffelverkostung ein.
Mit der Feuerwehr schweben die Forster Rosenkönigin Jessica I. und Blumenfee Blumenfee Sieb (r.) zur Kartoffelverkostung ein. FOTO: Michael Leske / Leske Michael
Forst. Hotelier Gerd Köchler, Forster Agrargenossenschaft und Noßdorfer Wassermühle hatten zur Kartoffelverkostung eingeladen.

Am Sonntag drehte sich im Hotel-Restaurant „Zum blauen Dach“ im Forster Ortsteil Bohrau alles um die Kartoffel. Fast alles. Gemeinsam mit Gästen und Partnern hatten Köchlers zur Kartoffelverkostung eingeladen. Das Gebäude mit dem blauen Dach ist schon von Weitem zu sehen, wenn man aus der Rosenstadt auf der Bundesstraße entlang Richtung Guben fährt. „Wir wollten auf den Wert einer guten Kartoffel aufmerksam machen“, erklärte Hotelier Gerd Köchler, Besitzer des Familienunternehmens, das Anliegen der Aktion.

Und das Restaurant war rappelvoll. So viel Andrang hatten sich die Organisatoren auch gewünscht. Die rund 50 Plätze reichten über Mittag nicht aus. Auch die Plätze in den Nebenräumen, sonst für Familienfeiern gedacht, waren besetzt. Wer nicht bestellt hatte, musste warten. „Es sollte für uns und unsere Gäste ein Veranstaltungshöhepunkt in diesem Jahr werden“, so Gerd Köchler.

Zur Verkostung und Informationen rund um die Kartoffel aus der Region hatten Köchlers in Zusammenarbeit mit der Agrargenossenschaft Forst und dem Förderverein Noßdorfer Wassermühle eingeladen. Dazu gesellte sich die Freiwillige Feuerwehr Bohrau, die von Forster Kameraden mit dem Hubsteiger unterstützt wurde.

In einer kleinen Ausstellung war neben landwirtschaftlichem Werkzeug aus der Vergangenheit auch eine moderne Kartoffelerntemaschine zu sehen. Was heute eine Maschine erledigt, war früher mühsame Handarbeit. Viele Besucher konnten sich noch an das Kartoffellesen in den Herbstferien – auch Kartoffelferien genannt – erinnern.  „Um zu zeigen, wie das früher war, haben wir unsere Puppenausstellung mit Darstellungen aus der damaligen Arbeitswelt aufgebaut“, erläuterte der Leiter der Noßdorfer Heimatstube, Günter Andreck.

Die Initiatoren der Kartoffelverkostung hatten sich zudem noch einen besonderen Gast eingeladen: die Forster Rosenkönigin Jessica I. Sie erhielt von Blumenfee  Anika Sieb einen Kartoffelrosenstrauß. Und dann schwebte die Rosenkönigin gemeinsam mit der Blumenfee hoch über Bohrauer Dächern. Sie durfte in der Mittagsstunde mit dem Hubsteiger der Feuerwehr rund 30 Meter hoch in den  trüben Bohrauer Himmel zum „Wolkenschieben“ aufsteigen – danach kam dann auch tatsächlich die Sonne hervor. Jessica Schmidt war allerdings sehr froh, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Sie winkte zwar tapfer den zahlreichen Zuschauern, so ganz geheuer war ihr das Ganze aber nicht. „Es war sehr wackelig in den Knien und ich musste mich sehr festhalten“, gestand sie nach der „Himmelfahrt“. „Es war eine sehr schöne Aussicht, aber noch einmal möchte ich das nicht machen“, sagte sie im Anschluss.

Auf der kleinen Mittagskarte waren an diesem Tag ausschließlich Kartoffelgerichte zu finden: deftige Kartoffelsuppe, Kartoffelsalat mit Kassler oder Kartoffeln mit Quark und Leinöl. Außerdem wurde ein Kartoffel-Probierteller angeboten mit Laura, Agila und Talent. So heißen die drei Kartoffelsorten, die an diesem Tag angeboten wurden und von den Feldern der Forster Agrargenossenschaft stammen.

Reik Kasper, Abteilungsleiter der Kartoffelproduktion bei der Forster Agrargenossenschaft, erklärte:  „Wir bauen auf rund 50 Hektar Fläche insgesamt zwölf Sorten an, davon vier Sorten Speisekartoffeln. Heute haben wir jeweils eine festkochende, eine mehlige und natürlich auch eine rotschalige Sorte mitgebracht.“

Die Kartoffelproduzenten der Forster Agrargenossenschaft seien die „letzten Überlebenden in der Region“, beschreibt Kasper. Außer den Anbauern aus Neuzelle, die auf rund 80 Hektar anbauen, gäbe es keine nennenswerte Kartoffelproduktion mehr in unserer Gegend, so der Landwirt.

Weltweit werden jährlich etwa 376 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Die Kartoffel ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Welt, daneben aber auch Futtermittel und Industrierohstoff.

(mle)