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Lebensmittelüberwacher berichten von Rückrufaktion

Der Fipronil-Skandel traf keine hiesigen Hersteller. Woanders mussten hingegen bis zu eine Million Eier vernichtet werden.
Der Fipronil-Skandel traf keine hiesigen Hersteller. Woanders mussten hingegen bis zu eine Million Eier vernichtet werden. FOTO: dpa
Spree-Neiße. Über die Rückrufaktionen im Spree-Neiße-Kreis wegen schadstoffbelasteter Eier hat Sachgebietsleiterin Sylvia Vogt am Mittwoch die Mitglieder des Umweltausschusses in Forst informiert. René Wappler /

Nach ihren Worten erfolgte im Juli eine erste Information durch das zuständige Landesamt, worauf am 1. August Proben von niederländischen Eiern im Großhandel genommen wurden. Denn die niederländische Reinigungsfirma "Chickfriend" hatte einer Desinfektionslösung das Insektizid Fipronil beigemischt, das laut der Lebensmittelüberwachung des Spree-Neiße-Kreises nicht für Tierställe und Nutztiere zugelassen ist. Daraufhin entfernten große Discounter wie Aldi vorübergehend ihr Angebot an Eiern aus dem Sortiment.

Im Spree-Neiße-Kreis fanden Fipronil-Untersuchungen bei den Firmen Ehlego und Kunella statt, wie Sachgebietsleiterin Sylvia Vogt mitteilt. "Kunella stellt unter anderem Mayonnaise her", erläutert sie. "Dafür benötigt man ja ebenfalls Eier."

Am 10. August kam die Behörde zum Ergebnis, dass pasteurisiertes Flüssig-Ei der Firma Rädler aus dem schwäbischen Ort Leipheim einen Fipronil-Wert von 0,0097 Milligramm je Kilo Ware aufweist. Der zulässige Grenzwert liegt hingegen bei 0,005 Milligramm. Aktuelle Rückrufaktionen beziehen sich nach Auskunft der Sachgebietsleiterin auf Waren der Unternehmen Eipro und Eifix, auf Nordhäuser Eierlikör und auf Eckes Edler Eierlikör.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung teilte bereits im August mit: Eine gesundheitliche Gefahr für Verbraucher durch den Verzehr von belasteten Eiern und durch Hühnerfleisch sei unwahrscheinlich. Zwar seien illegale Anwendungen von fipronilhaltigen Mitteln "offenbar über einen längeren Zeitraum erfolgt". Doch selbst der dauerhafte Konsum eines belasteten Eis pro Tag stelle bei den bisher gemessenen Werten kein akutes Risiko dar.