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Leben retten per Stromstoß

Den sechsten Defibrillator positionieren Verwaltungsvorstand Sven Zuber (links) und Egbert Gassan vom DRK Forst im Restaurant Rosenflair.
Den sechsten Defibrillator positionieren Verwaltungsvorstand Sven Zuber (links) und Egbert Gassan vom DRK Forst im Restaurant Rosenflair. FOTO: Katrin Kunipatz
Forst. Der grüne Aufkleber kann Leben retten. Zu sehen ist darauf ein weißes Herz, in dem ein grüner Blitz zuckt. Katrin Kunipatz

Seit Freitag klebt er an der Eingangstür des Restaurants Rosenflair im Forster Rosengarten.

Der Aufkleber kennzeichnet den Standort eines Defibrillators. Mit diesem für Laien entwickelten Gerät können Ersthelfer die Überlebenschancen für Bewusstlose mit einem Herzstillstand verbessern, erklärt Verwaltungsvorstand Sven Zuber. Es ist der sechste Automatisierte Externe Defibrillator (AED), den die Stadt Forst im Verlauf von zwei Jahren anschafft. Die Kosten in Höhe von 1400 Euro pro Gerät und die Wartung trägt die Stadt.

Im Landkreis Spree-Neiße ist Forst damit Vorreiter. Außer einem AED im Hotel "Zur Bleiche" in Burg gibt es kein weiteres Gerät in Spree-Neiße. In ganz Cottbus sind sieben Defibrillatoren für Ersthelfer zu finden. Die Standorte für die Geräte hat die Stadtverwaltung Forst in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) festgelegt. Wichtig war, dass die Defibrillatoren gut sichtbar, für jeden zugänglich und doch geschützt angebracht werden konnten.

Der Rosengarten rückte in den Fokus, weil hier viele Menschen unterwegs sind. Aber der Weg von der Rettungswache ist weit. Und die Rettungsfrist von 15 Minuten kann bei einem Herzproblem zu lang sein. "Nach drei bis fünf Minuten beginnt das irreparable Absterben der Gehirnzellen, wenn sie nicht genügend mit Sauerstoff versorgt werden", erklärt Egbert Gassan vom DRK. Er schult die Teilnehmer bei Erste-Hilfe-Kursen auch im Umgang mit dem Defibrillator.

Aber auch ohne Vorkenntnisse könne jeder den AED benutzten, versichert er. Nach dem Einschalten beginnt das Gerät zu reden. "Bleiben Sie ruhig", sind die ersten Worte der automatischen Stimme. Es folgen Anweisungen zum Aufkleben der Elektroden. Danach analysiert der Defibrillator den Herzrhythmus und entscheidet über den Stromstoß, der erst nach einer entsprechenden Warnung abgegeben wird. Im Idealfall schlägt das Herz danach wieder richtig und der Patient kommt zu sich. Ansonsten fordert das Gerät die Ersthelfer auf, Herzdruckmassage und Beatmung durchzuführen. Zusätzliche Kontrolle, ob die Herzdruckmassage mit genügend Kraft ausgeführt wird, bietet ein sogenannter "Knackfrosch". Zum Notfallset gehören außerdem Handschuhe, Mundschutz, Schere und Einmalrasierer. Alles befindet sich beim AED in einem kleinen Schrank. Wird er geöffnet, ertönt ein lautes Piepen. "Es soll andere aufmerksam machen, die ebenfalls helfen können, oder den Diebstahl verhindern", sagt Sven Zuber.

Im Restaurant Rosenflair funktioniert der Alarm. Schnell stehen die Mitarbeiter bereit. Egbert Gassan hat sie - wie die 120 Ersthelfer der Stadt - im Umgang mit dem Gerät geschult. Sie sind auf den Ernstfall vorbereitet, der bisher in Forst noch nicht eingetreten ist.

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