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| 16:38 Uhr

Auf der Forster Geburtsstation
Doppeltes Weihnachten in Forst

 Cassia Kim Rinza wurde am 25. Dezember in der Lausitz Klinik geboren. Ihre Mama, die Cottbuserin Lisa Baer, hatte sich bewusst für Forst entschieden.
Cassia Kim Rinza wurde am 25. Dezember in der Lausitz Klinik geboren. Ihre Mama, die Cottbuserin Lisa Baer, hatte sich bewusst für Forst entschieden. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Cottbuserin bekommt ihr Baby unerwartet am ersten Feiertag. Lausitz Klinik weiter im Trend. Von Steffi Ludwig

Dass es Lisa Baer (28) künftig etwas schwer mit den Geschenken für ihre Tochter haben wird, sei nur ein kleiner Wermutstropfen, den das Geburtstdatum 25. Dezember mit sich bringt, schmunzelt die Cottbuserin. Neben ihr im Glasbettchen auf der Geburtsstation der Forster Lausitz Klinik schlummert friedlich ihre kleine Cassia, die eigentlich erst am 2. Januar zur Welt kommen sollte. Doch sie sollte ihrer Familie ein doppeltes Weihnachten bescheren. „Am Abend des 24. Dezember habe ich gemerkt, dass es bald losgeht“, berichtet Lisa Baer. Sie bekam Rückenschmerzen, und die Tante, die normalerweise den Heiligabend mit der Familie im heimatlichen Ortsteil Döbbrick verbringt, wurde vorsorglich ausgeladen. Und am frühen Morgen um 4.30 Uhr sei dann die Fruchtblase geplatzt.

Lisa Baer und ihr Lebensgefährte Cristian Rinza machten sich mit der schon seit einer Weile gepackten Tasche auf den Weg nach Forst, wo sie kurz nach 6 Uhr ankamen. Für die Lausitz Klinik hatten sie sich bewusst entschieden – wie auch bisher 125 andere Cottbuser (siehe „Zur Info“). „Im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum ist es mir zu groß, zu trubelig“, erklärt die junge Mutter. Von mehreren Frauen war ihr zu Forst geraten worden, und eine Besichtigung habe dies dann bestätigt. „Es ist kleiner, familiärer, man wird toll betreut“, hat sie inzwischen erfahren. Den Helligkeitsgrad des Lichtes, eine Lieblings-CD, Geburtswanne – viele Punkte könne die werdende Mutter selbst wählen. Auch eins der großen Familienzimmer mit geräumigem Bad und Bett für Freund Cristian hat sie bekommen – 2015 war die Geburtsstation komplett für 1,2 Millionen Euro saniert worden.

Die Geburt selbst sei dann „spektakulär“ gewesen. „Es ging Schlag auf Schlag“, berichtet Lisa Baer. Ihr Freund und ihre Mutter seien dabei gewesen. Es sei zu einigen kleineren Komplikationen gekommen, weshalb es dann schnell gehen musste und Cassia nach rund zweieinhalb Stunden Geburt auf der Welt war. „Zum Glück war wenig los, sodass sich alle um mich kümmern konnten“, erinnert sich die Cottbuserin dankbar.

Denn nur ein anderes Baby war am frühen Morgen des 25. Dezember geboren worden. Am 24. und am 26. Dezember habe er sich dagegen gelangweilt, da gar kein Baby zur Welt kam, meint augenzwinkernd Oberarzt Jost Kluttig, und ergänzt: „Aber man kann im Grunde alle Eltern nur beglückwünschen, deren Kind nicht am Heiligabend Geburtstag hat.“ Die Geschenkefrage sei dabei nur ein Aspekt.

Doch umso verrückter ging es dafür am 27. Dezember auf der Geburtsstation zu. Denn neben zwei geplanten Kaiserschnitten waren bis zum frühen Nachmittag noch zwei  Kinder geboren worden, weitere kündigten sich an. „Deshalb interessiert sich heute keiner so richtig für mich“, meint Lisa Baer scherzhaft. Aber ihr Baby sei recht entspannt, und bis auf ein paar zwischenzeitliche Probleme mit dem Stillen sei alles in Ordnung. Und meist kümmere sich Papa Cristian um die Kleine. Denn sie selbst sei durch Schmerzen von der Geburt noch etwas eingeschränkt, so die 28-Jährige. Da beide selbstständig mit einem Reinigungsunternehmen sind, müsse er nur ab und zu nach dem Rechten sehen. Und am Freitag gehe es dann nach Hause.

Bis zum Ende des Jahres werden nicht ganz so viele Babys in Forst geboren werden wie im Vorjahreszeitraum, kündigt Oberarzt Jost Kluttig an. Dass der Großteil der Eltern aus Cottbus komme, bestätige den Trend des Vorjahres und sichere das Bestehen der Forster Geburtsstation. Denn die Forster Babys allein könnten diese nicht auslasten.