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| 17:54 Uhr

Tradition
Landwirtschaft zum Anfassen

Die Freiwillige Feuerwehr aus Horno erreicht mit ihrer historischen Feuerwehr-Kutsche das Gut Neu Sacro.
Die Freiwillige Feuerwehr aus Horno erreicht mit ihrer historischen Feuerwehr-Kutsche das Gut Neu Sacro. FOTO: Margit Jahn
Neu Sacro. Seit fünf Jahren gibt es das Erlebnisgut Neu Sacro. Zur Feier gab es ein Fest und Stallführungen. Von Margit Jahn

Schon lange kein Geheimtipp mehr ist das Gut Neu Sacro mit seinen Bemühungen ein Erlebnisgut für Groß und Klein zu sein. Deshalb wurden fünf Jahre Erlebnisgut am Sonntag mit vielen Highlights gefeiert. „Ein Höhepunkt ist immer der Ochse am Spieß“, so Geschäftsführer Helmut Baum. Seine Augen strahlen beim Anblick des prachtvollen Ochsen, wie überhaupt immer, wenn er vom selbst produzierten Essen spricht. Der Ochse drehte derweil gemütlich seine Runden am Spieß. Nach dem Gottesdienst unter freiem Himmel wurde er angeschnitten.

Stolz sind die beiden Geschäftsführer, dass sich sogar zwei alte traditionelle Feuerwehren, eine aus Horno, die andere aus Briesnig, an diesem Tag präsentieren und ein Lieblingsmotiv vieler Gäste wurden. Vor fünf Jahren waren sie bei der Eröffnung dabei und deshalb am Sonntag präsent. Bernd Starick ergänzt: „Der erste Gottesdienst unter eigens aufgestellten Pavillons wurde mit Pfarrer Burkhard Behr sehr gut angenommen.“ Die Sacroer, das Vorbereitungsteam um Sylvia Müller, lassen sich immer wieder interessante Dinge einfallen, um noch mehr Menschen auf das Gut zu locken und ihnen Landwirtschaft zum Anfassen und eine Unterhaltung für die ganze Familie zu bieten.

Zweimal am Nachmittag bot Herdenmanager Florian Handreck eine Stallführung durch die Rinderställe an. Hier standen die ersten Interessierten lange vorher am Tor, um an der Führung teilzunehmen. „Die Leute, die schon mal mit Tieren gearbeitet haben, sind immer positiv überrascht, welchen ausreichenden Platz, Licht und Luft die Tiere bei uns haben und wie sie sich frei bewegen können“.

Helmut Baum machte auf die fünf schönsten Kühe aufmerksam, welche auf der Wiese präsentiert wurden. Diese waren von der Rinderproduktion Berlin-Brandenburg vor 14 Tage unter 600 Kühen unter dem Gesichtspunkt äußere Schönheit ausgesucht worden und werden am 18. Oktober zum Wettbewerb und der Wahl zur „Miss Blickpunkt Rind 2018“ nach Schönwalde/Glien reisen. Vielleicht schafft es eine der schönen Sacroer Braunäugigen der Rasse „Holstein Friesian“, eine Krone mit nach Hause zu bringen. Da hilft nur großes Daumendrücken.

Neben den großen Schönheiten war das Kälbchengatter der Anziehungspunkt für die jüngsten Gäste. Sie durften mit hineinhuschen und kraulten die eine Woche alten Kälbchen, die ihnen wohlig den Kopf entgegenhielten. Der fünfjährige Robin aus Forst war mit Mutti und deren Partner das dritte Mal dabei. „Gut finde ich hier, dass die Kinder die Tiere kennenlernen und mit ihnen in Kontakt kommen können“, sagt die Mutter Nicole.

Gleich nebenan tummelten sich eine große Muttersau mit ihren zehn Ferkeln, die 28 Tage alt waren. Es war ihr erster Wurf. Die Sau gehören zur „Deutsche Landrasse“, die vom Aussterben bedroht sei, so Tierwirtin Gitta Wesemann. Aus Kostengründen werden meist Kreuzungstiere gezüchtet, so Wesemann. Weiter hinten befand sich das Wildtiergehege, bei dem ebenfalls Besucher vorbeigingen.

Während auf dem Hof der „Oldie Express“ spielte und sogar die ersten das Tanzbein schwangen, zog es Familie Hoffmann aus Cottbus zu den ausgestellten Tieren. Die Familie war zum zweiten Mal beim Herbstfest dabei. Der zweijährigen Tochter Leonie gefällt es auf dem Gut Neu Sacro. Die Familie findet es gut, dass man die Tiere streicheln könne und die Kinder diese in der Natur bestaunen dürfen. „Man fühlt sich wohl hier, und wir sind mit dem Angebot sehr zufrieden“, erzählen die Eltern.

Neben den historischen Fahrzeugen und der Fahrt auf der Ackerbanane oder dem Traktor, lud Regina Blaskoda mit ihrer fein dekorierten Kutsche zu einem Ausflug rund um das Gut ein. Die Senioren-Damenrunde um Sonja Köhler kam wegen der Musik zum Gut, um auf dem Hof das Tanzbein zu schwingen. Im alten Kuhstall konnten die Besucher gestrickte und aus Schafwolle gefilzte Schuhe, Socken oder Taschen am Stand von Kristine Reschke aus Guben kaufen. „Ich kann nicht sitzen ohne Handarbeit“, erklärt sie ihre Freude am gestalten ihrer begehrten Artikel. So bot dieser Tag informative Unterhaltung, kulinarische Köstlichkeiten und der eine oder andere neue Gast wird sicher nicht das letzte Mal auf dem Gut gewesen sein