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| 01:35 Uhr

Landwirte in Spree-Neiße sind vom Wetter arg gebeutelt

Schwarz steht das Getreide derzeit auf den Feldern, wie hier bei Simmersdorf. Foto: bob
Schwarz steht das Getreide derzeit auf den Feldern, wie hier bei Simmersdorf. Foto: bob FOTO: bob
Forst. Der Regen der vergangenen Tage hat auch die letzten Hoffnungen der Landwirte zunichtegemacht, das Getreide in guter Qualität von den Feldern zu holen. Den ersten Landwirten im Kreis drohen jetzt finanzielle Engpässe. Angelika Brinkop

"Durch den starken Regen sind die Ähren teilweise abgebrochen und hohe Verluste entstanden", sagt Egon Rattei, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Forst und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. Da ohnehin schon sehr wenig gewachsen sei, müsse jeder Doppelzentner geborgen werden. "Um die Kosten nicht weiter in die Höhe zu treiben, überlegen wir gegenwärtig, das Getreide nicht zu trocknen, sondern es chemisch zu konservieren. Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz der Kaltbelüftungsanlagen, mit denen viele Lagerräume versehen sind", so Egon Rattei.

Durch die unfreiwillige Pause beim Roggen verschiebt sich auch der Beginn der Weizenernte. Vor einer Woche wurde bereits die Ernte bei Raps und Wintergerste abgeschlossen. Die Ertragseinbußen liegen nach ersten Berechnungen beim Raps im Vergleich zum Vorjahr bei 30 bis 35 Prozent, bei der Wintergerste sogar bei 40 Prozent.

Der viel zu nasse Herbst habe den Grundstein für die schlechte Ernte gelegt. Die Bestellarbeiten konnten nicht zum richtigen Zeitpunkt und nicht vollständig durchgeführt werden. Die große Trockenheit im Mai und Juni habe dazu beigetragen, dass die Pflanzen nicht genug wachsen konnten.

Die Erträge werden aus Sicht von Rattei nur für die Versorgung der Tierbestände und den Kleinverkauf reichen, aber nicht zur Produktion von Nahrungsmitteln. "Im Vergleich zum Vorjahr wird die Getreideernte in ganz Deutschland schlechter als im Vorjahr ausfallen. Es steht weniger Getreide zur Verfügung und es kann zu Verteuerungen bei Brot kommen", befürchtet Rattei.

Aufmerksam beobachtet Rattei die Entwicklung der Futterkulturen, die für die Tierbestände und die Biogasanlagen gebraucht werden. Einen Lichtblick sieht er beim Mais, der gegenwärtig noch gut steht. Obwohl die Landwirte immer damit leben müssen, dass sie ein Gewerbe unter freiem Himmel betreiben, so sieht es jetzt doch für einige Betriebe problematisch aus. "Jetzt müssen Saatgut und Düngemittel für das nächste Jahr gekauft werden. Da kann es für einige Landwirte schon finanziell eng werden", weiß Rattei.

Die häufiger werdenden Wetterextreme stellen die Bauern vor Herausforderungen. Andere Technologien bei der Bodenbearbeitung oder Neuzüchtungen von Pflanzen, die mit der Trockenheit und Feuchte besser zurechtkommen, könnten der Landwirtschaft der Zukunft neue Impulse geben.