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Landrat Altekrüger wirbt für Kontakte nach Russland

Spree-Neiße. Eine Wirtschaftsdelegation aus Russland wird im Oktober und November die Spree-Neiße-Region besuchen. Das teilt Landrat Harald Altekrüger (CDU) mit. René Wappler

Er sprach sich im jüngsten Wirtschaftsausschuss des Landkreises für stärkere Kontakte nach Russland aus.

Als Beispiele nannte er den geplanten Praktikums-Aufenthalt russischer Studenten in der Region und eine vorgesehene Reise von Studenten der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) nach Kursk im nächsten Jahr. "Außerdem werden Absolventen der medizinischen Fachschule in Kursk für ein Praktikum zu uns kommen", sagte Harald Altekrüger. Als eine ihrer Stationen sei Guben eingeplant.

Beim Jahresempfang der Stadt Spremberg im August hatte der stellvertretende Gouverneur der Region Kursk, Aleksandr Krivopalev, bereits die freundschaftlichen Kontakte zwischen beiden Regionen gewürdigt. Darüber hinaus kündigte er an, dass ein Unternehmen aus Kursk künftig voraussichtlich LED-Lampen in den Industriepark Schwarze Pumpe liefern werde.

Die Geschäftsführerin des Spremberger Wirtschaftsförderers ASG, Petra Lehmann, sieht ebenfalls eine Chance für Unternehmen aus der Lausitz, die stark vom Bergbau abhängen, mithilfe der Kontakte nach Russland neue Märkte zu erschließen. Vor den Mitgliedern des städtischen Hauptausschusses erläuterte Petra Lehmann im Mai die Ziele der ASG, zu denen das Marketing für Spremberg zählt: Das Russlandprojekt gehört nach ihren Worten ebenso dazu wie das Werben für die Lausitz als Wirtschaftsstandort in Skandinavien, Österreich und der Schweiz.

Ohnehin orientieren sich viele Unternehmen im Land Brandenburg stärker am Ausland. Wie die Fachleute der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Cottbus mitteilen, haben die Geschäfte südbrandenburgischer Firmen im Inland im ersten Halbjahr 2017 "etwas an Dynamik verloren", während der Ausfuhrumsatz zunimmt: Er wuchs in diesem Zeitraum um 5,5 Prozent auf insgesamt 494 Millionen Euro.