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| 14:26 Uhr

Landkreis Spree-Neiße will Radwege modernisieren

FOTO: fotolia (52114366)
Update | Spree-Neiße. Der Radtourismus ist äußerst wichtig für Spree-Neiße – das zeigt die neue Radverkehrsanalyse. Deshalb will der Landkreis beim brandenburgischen Förderprogramm für Fernradwege zugreifen. Doch dafür sind noch einige Bedingungen zu erfüllen. Steffi Ludwig

Der Radtourismus kann in Spree-Neiße durchaus mit Superlativen aufwarten - kamen doch beispielsweise an der elektronischen Zählstelle an der Burger Therme im Jahr 2015 rund 180 000 Radfahrer vorbei. Das sei das zweithöchste Radverkehrsaufkommen im Land Brandenburg, informierte gestern Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) im Forster Kreishaus.

Seit 2009 beteiligt sich der Landkreis, den sieben Radfernwege durchqueren, an der brandenburgischen Radverkehrsanalyse. An den fünf Zählstellen in Spree-Neiße wurden im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 360 000 Radfahrer gezählt. Davon sind 34 Prozent Radurlauber - und das liege laut Harald Altekrüger über dem Landesdurchschnitt, ebenso wie die durchschnittlichen Tagesausgaben der Urlauber von 15 bis 30 Euro pro Tag.

Aus diesem Grund sei es umso wichtiger, dass der Landkreis beim neuen Förderprogramm des Landes Brandenburg für Fernradwege zugreife, bekräftigte Dezernent Olaf Lalk (CDU). Denn die Fernradwege im Landkreis hätten einen Modernisierungsbedarf von rund 9,5 Millionen Euro auf insgesamt 71,7 Kilometern.

Einmalige Chance für Landkreis

Das Förderprogramm der Richtlinie "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur", das bereits für Mitte 2015 angekündigt worden war und nun seit Ende 2015 läuft, verspreche eine Landesförderung von 80 Prozent, wenn die Landkreise Antragsteller seien.

Lalk: "Das ist für uns eine einmalige Chance, seit dem Förderprogramm von 1995 hat es für Spree-Neiße kein so großes Programm gegeben." Allerdings gebe es einige Haken, wie der Baudezernent mitteilt: Zum einen seien die Gelder nur für Modernisierungen und keine grundhaften Reparaturen verwendbar. Es könnte also mittels Dünnschichttechnologie ein leistungsfähiger Asphalt aufgetragen werden, wie vor einigen Jahren bereits auf dem Oder-Neiße-Radweg getestet. Auch eine Modernisierung der Beschilderung und Wurzelschutzmaßnahmen seien möglich.

Weiteres Problem: In den Landkreisen Spree-Neiße und auch Oberspreewald-Lausitz gehörten die Radwege fast hundertprozentig den Gemeinden, den Antrag müsse jedoch der Landkreis stellen. Es sei aber möglich, mit den Gemeinden Kooperationsvereinbarungen zu schließen, in denen diese beispielsweise eine Kofinanzierung absichern müssten, berichtet Olaf Lalk. Erste Vorgespräche mit den Gemeinden habe es gegeben, der Landrat wolle in seinen Vierteljahresgesprächen nochmals detailliert informieren, so Lalk.

Er rechnet vor: Bei einem Modernisierungsbedarf von 9,5 Millionen Euro blieben bei 80-prozentiger Förderung rund zwei Millionen Euro übrig, die sich der Landkreis und die elf Landkreis-Kommunen und Ämter teilen müssten, je nach Anteil am Radweg. Die Ämter Döbern-Land und Burg seien hier am stärksten betroffen.

Noch kein genehmigter Haushalt

Grundvoraussetzung für diese Variante sei, dass der Landkreis beim Land ein Radwegemodernisierungskonzept einreiche. Dafür habe der Landkreis ein Büro für die Vorplanungen beauftragt, so Lalk. Problem sei allerdings der noch nicht genehmigte Haushalt von Spree-Neiße. "Deshalb dürfen wir freiwillige Leistungen derzeit nicht tätigen", bemerkt der Baudezernent. 300 000 Euro habe der Landkreis für die Radwegemodernisierung eingestellt. "Wir sitzen quasi in den Startlöchern", sagt Lalk und hofft auf schnelle Klärung.

Kommentar: Nicht nur an der Oberfläche kratzen

Zum Thema:
Mit dem neuen Förderprogramm will Brandenburg 40 Millionen Euro für die Modernisierung von Fernradwegen in den nächsten fünf Jahren im Land ausgeben.In Spree-Neiße würde das die Fernradwege Oder-Neiße-Radweg, Spreeradweg, Gurkenradweg, Niederlausitzer Bergbautour, Fürst-Pückler-Radweg, die Tour Brandenburg und eventuell auch die Route "Historische Stadtkerne" betreffen.