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Aktion
Weihnachtsfreude für die Tafeln

Kistenweise Weihnachtsgeschenke: Landrat Harald Altekrüger (3.v.r.) und Kreistagsvorsitzende Monika Schulz-Höpfner (3.v.l.) überreichten sie an die Mitarbeiter der Tafeln des Landkreises Spree-Neiße.
Kistenweise Weihnachtsgeschenke: Landrat Harald Altekrüger (3.v.r.) und Kreistagsvorsitzende Monika Schulz-Höpfner (3.v.l.) überreichten sie an die Mitarbeiter der Tafeln des Landkreises Spree-Neiße. FOTO: Händler / Landkreis Spree-Neiße
Forst. Landkreis-Mitarbeiter spenden 300 Geschenke für bedürftige Kinder. Tafeln haben Probleme. Von Steffi Ludwig

Seit inzwischen zehn Jahren sammeln Mitarbeiter der Kreisverwaltung Spree-Neiße und seit vorigem Jahr auch die Kreistagsabgeordneten Spielsachen und teilen sie vor Weihnachten an die Tafeln im Landkreis aus. Auch am Dienstag stapelten sich wieder 40 große Pakete mit insgesamt 300 Geschenken vor dem Büro von Landrat Harald Altekrüger (CDU). Puppen, Piratenschiffe und diesmal auch mehr Spiele für ältere Kinder wurden zusammengetragen, die dann bei Weihnachtsfeiern an die bedürftigen Kinder verteilt werden. „Unsere Abgeordneten haben sich diesmal noch mehr engagiert“, berichtet Kreistagsvorsitzende Monika Schulz-Höpfner (CDU). Ihre Fraktion habe Geld gesammelt.

Dass das von den Tafeln dringend benötigt wird, zeigte sich in der anschließenden Gesprächsrunde mit den Mitarbeitern der Tafeln. Zwar stünden die Tafeln in Spree-Neiße im deutschlandweiten Vergleich noch gut da, weil der Landkreis ihnen seit zwei Jahren finanziell unter die Arme greift, sagte Kai Noack vom Albert-Schweitzer-Familienwerk, das die Spremberger und Welzower Tafel betreibt. Da er auch stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Tafeln ist, kann er berichten: „Wir werden dafür woanders beneidet, einige ziehen inzwischen auch nach.“ Rund 60 000 Euro gibt der Landkreis für die Tafeln, wovon Stellenanteile für Personal und Sachkosten bezahlt werden. „Ohne die Landkreis-Unterstützung würden die Tafeln in Forst und Spremberg gar nicht mehr funktionieren“, gibt er zu bedenken.

Doch laut Kai Noack bräuchten die Tafeln mehr Geld, beispielsweise für Sozialarbeiter. Denn auch die Ehrenamtler, die sich für die Tafeln engagierten, müssten angeleitet werden, da sich unter ihnen oft auch selbst von Armut Betroffene oder psychisch Kranke befinden.

„Das Problem mit der Nachwuchsgewinnung von  Ehrenamtlern haben wir zum Glück nicht“, so Kai Noack. Er fahre oft an Schulen und habe so schon einige Schüler gefunden, die zweimal pro Woche oder in den Ferien helfen. Generell habe sich die Anerkennung der Tafeln verbessert. Und das Klientel habe sich verändert, hin zu Menschen, die unverschuldet in diese hilfebedürftige Lage gerieten wie Rentner oder geringfügig Beschäftigte, deren Geld einfach nicht zum Leben reiche, sagte Noack.

Bei der Forster Tafel mangelt es noch immer an einer neuen Räumlichkeit. Die derzeitigen Räume in der Bahnhofstraße mit ihrer steilen Treppe seien „eine Katastrophe“, so Sylvia Schneider. Eigentlich sollte bis Mitte des Jahres eine Lösung gefunden worden sein. Doch durch die Krankheit von Bürgermeister Philipp Wesemann sei die ganze Angelegenheit ins Stocken geraten. Zwei besichtigte Objekte seien als nicht geeignet verworfen worden, berichtet Carola Lademann, Bereichsleiterin Süd des Arbeitslosenverbandes Brandenburg. Denn die Räume sollten zwar zentral, aber nicht zu zentral und zudem ebenerdig sein. Und nicht zu groß und mit massivem Umbauaufwand wie das ehemalige Kreisarchiv, das auch zur Debatte stand. Der Landrat versprach, weiter zu helfen und benannte das Thema als eines, das der neu zu wählende Forster Bürgermeister unbedingt auf der Agenda haben sollte. Denn beispielsweise in Spremberg war die Tafel auch umgezogen.

Schlecht steht es um die Peitzer Tafel. Wie Angelika Sedlick vom betreibenden Werg-Verein mitteilte, reiche die Unterstützung von Landkreis, Amt und Stadt nicht aus, um die steigenden Kosten in den jetzt zwei neuen Standorten zu decken. Landrat und die anderen Träger wollen angesichts dieser überraschend schlechten Nachricht über zusätzliche Hilfen beraten. Auch das Land sei hinsichtlich einer kontinuierlichen Förderung gefragt: Hier haben die Tafel-Mitarbeiter eine Runde mit Landtagsabgeordneten angedacht.