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Landespolizei will zur Bundespolizei ziehen

Das alte Polizeirevier ist für die Landespolizei mittlerweile zu groß. Eine Sanierung wäre zu teuer.
Das alte Polizeirevier ist für die Landespolizei mittlerweile zu groß. Eine Sanierung wäre zu teuer. FOTO: Peter Althaus
Forst. Das Forster Polizeirevier ist alt und ziemlich groß. Die Polizei schaut sich deshalb nach einer neuen Bleibe um. Favorit in der Entscheidungsfindung ist der derzeit eine Symbiose mit den Kollegen von der Bundespolizei. Ingo Decker

Folgen für die Präsenz der Polizei in Forst wird das nach Angaben des Innenministeriums jedoch nicht haben.

Die Landespolizei Brandenburg sucht für ihr Forster Revier ein neues Domizil. "Erwogen wird unter anderem eine gemeinsame Unterbringung mit der Bundespolizei in Forst, die ihren Standort in unmittelbarer Nähe des Polizeireviers hat", so Ingo Decker, Sprecher des zuständigen Innenministeriums in Brandenburg. Wie die Bundespolizei bestätigt, habe es dazu bereits im vergangenen Jahr ein Gespräch gegeben. "Aber nach unserem Stand steht noch ein Bericht der Brandenburger Polizei an das Innenministerium des Landes zur avisierten Unterbringung der Revierpolizei im neuen Gebäude der Bundespolizei aus", so Jens Schobranski, Sprecher der Bundespolizei in Berlin.

Parallel wurden durch die Polizei auch mit der Stadt Forst bereits erste Gespräche zur künftigen Unterbringung des Reviers geführt.

Der Grund für den möglichen Umzug ist dabei recht simpel: Das jetzige Revier ist den Beamten zu groß und zu teuer. "Das Polizeirevier Forst ist derzeit auf einer landeseigenen Liegenschaft mit rund 3300 Quadratmeter Nutzfläche untergebracht", teilt Ingo Decker mit. "Der bauliche Zustand ist als mangelhaft einzuschätzen. Die genutzte Liegenschaft ist für die Bedürfnisse der Polizei auch zu groß und damit unwirtschaftlich." Das bedeutet im Klartext: Eine Sanierung will man sich nicht mehr leisten.

Die Polizei erwägt deshalb, wo geeignete Standorte in Forst sein könnten. "Im Rahmen der Fortschreibung der Dienststellenkonzeption der Polizei Brandenburg, überprüfen wir, wie es mit dem Polizeistandort Forst weitergehen soll", so Ingo Decker.

Immerhin kann Decker die Forster Bürger aber beruhigen. "In Forst gibt es ein Polizeirevier und wird es auch in Zukunft ein Polizeirevier geben”, so der Ministeriumssprecher.

Völlig aufgegeben habe man bisher ohnehin nur einen Standort, nämlich in Potsdam das Polizeirevier Babelsberg.

Wann eine Standortentscheidung fallen wird, ist bisher noch unklar. "Die Überlegungen des Polizeipräsidiums zur künftigen Unterbringung des Polizeireviers Forst sind derzeit noch nicht abgeschlossen. Es ist also noch nichts abschließend entschieden”, so Decker. In jedem Fall wolle man aber eine ausreichende Präsenz der Polizei in der Neißestadt sicherstellen. "Die Bürger sollen, so wie bisher, insbesondere über die Revierpolizisten direkte Ansprechpartner für ihre Anliegen haben. Die besondere Situation der Grenzstadt Forst wird bei allen diesen Überlegungen selbstverständlich berücksichtigt", heißt es aus dem Ministerium. Ob die Bundespolizei jedoch genug Platz für die Landespolizei hat, ist derzeit noch fraglich. Denn die Bundespolizei hat sich aus Platzgründen erst vor kurzem erweitert: in die ehemalige Stadtbibliothek an der Hermannstraße. "In dem letzten Gespräch ging es um eine Anlaufstelle. Eine komplette Wache werden wir da schlecht unterbringen können", so Bundespolizeisprecher Jens Schobranski. "Der bauliche Zustand ist als mangelhaft einzuschätzen."

Ingo Decker, Innenministeriums-Sprecher