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| 19:16 Uhr

Feuerwehren im Fokus
Land soll mehr für den Waldbrandschutz tun

Forst. Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger nimmt angesichts der jüngsten Waldbrände Potsdam in die Pflicht. Dort müsse mehr für den Schutz vor Großbränden getan werden. Zudem hat sich der Kreis auf Prioritäten bei der Anschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge geeinigt. Von Sven Hering

Das Land Brandenburg soll bei der Umsetzung von vorbeugenden Waldbrandschutzmaßnahmen einen stärkeren Einfluss geltend machen. Das hat Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) am Mittwoch während der Sitzung des Kreistages in Forst erklärt. Diese Forderung habe er gemeinsam mit seinem Dahme-Spreewald-Amtskollegen Stephan Loge (SPD) aufgemacht. Hintergrund seien die jüngsten Brände in der Lieberoser Heide gewesen, die auch die Feuerwehren aus dem Spree-Neiße-Kreis stark gefordert hätten.

Altekrüger denkt vor allem an die Verbesserung der Löschwasserversorgung, die Errichtung eines wirksamen Wundstreifen- und benutzbaren Waldwegesystems sowie die konsequente Fortführung der Kampfmittelbeseitigung. Zudem seien Maßnahmen einzuleiten, um Waldbrände noch besser aus der Luft bekämpfen zu können.

Auf einer Arbeitsberatung mit Bürgermeistern und Amtsdirektoren des Landkreises seien außerdem einvernehmlich die Prioritäten für Förderanträge für neue Einsatzfahrzeuge festgelegt worden. Demnach steht ein neues Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 10 für die Ortswehr Heinersbrück ganz oben auf der Liste. Es folgen Tanklöschfahrzeuge vom Typ 4000 Staffel für die Ortswehren in Schenkendöbern, Forst und Striesow sowie ein Löschgruppenfahrzeug LF 20 für die Ortswehr Laubsdorf. Einigkeit herrschte laut Altekrüger auch darüber, dass besondere Leistungen im Ehrenamt der freiwilligen Feuerwehren oder des Katastrophenschutzes in traditioneller Form auf einer zentralen Auszeichnungsveranstaltung gewürdigt werden sollen.

Kritisch bewertete Altekrüger hingegen die Einführung des neuen Prämien- und Ehrenzeichengesetzes. Die Umsetzung müssten Landkreise und Gebietskörperschaften zusätzlich übernehmen, ohne dass ihnen dafür Personal zur Verfügung gestellt werde. Das führe zu einem Mehraufwand für die Mitarbeiter in den Verwaltungen. Landkreis und örtliche Vertretungen sollten hier reagieren und auf eine Entbürokratisierung dieses Prozesses drängen. Die einzelnen Antragsverfahren seien an Fristen gebunden, die nur mit Mühe eingehalten werden könnten.

Bis Ende Juli ist der Rettungsdienst im Landkreis Spree-Neiße zu rund 7000 Einsätzen gerufen worden. Die freiwilligen Feuerwehren wurden mehr als 220 Mal zu Bränden und mehr als 410 Mal zu technischen Hilfeleistungen bei Unglücksfällen alarmiert. 282 Personen seien dabei aus bedrohlichen Lagen gerettet oder befreit worden. Die Einheiten des Katastrophenschutzes einschließlich der Rettungshundestaffel wurden bereits bei sieben Einsätzen zur Unterstützung angefordert.

Noch keine Lösung gibt es bei der angedachten Entlastung der freiwilligen Feuerwehren von Tragehilfen oder Türnotöffnungen. „Das ist ein Punkt, den wir im Blick haben, bei dem wir aber noch keine befriedigende Lösung anbieten können”, sagte der zuständige Dezernent Carsten Billing.