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| 02:36 Uhr

"Längst nicht selbstverständlich”

Sozialministerin Diana Golze (rechts) besuchte das Haus der Familie in Guben – und hob die Bedeutung der Mehrgenerationhäuser hervor.
Sozialministerin Diana Golze (rechts) besuchte das Haus der Familie in Guben – und hob die Bedeutung der Mehrgenerationhäuser hervor. FOTO: Daniel Schauff
Guben. Es war bereits der zweite Besuch aus der Potsdamer Landesregierung in Guben innerhalb weniger Tage – brachte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) kürzlich erst ein paar Hunderttausend Euro an die Neiße für die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, war gestern Sozialministerin Diana Golze (Linke) zu Gast im Mehrgenerationenhaus des Vereins "Haus der Familie" (HdF) in der Goethestraße.Wahlkampf, sagen die einen, und man könnte es als solchen abtun, brächte ein Ministerbesuch in der Provinz nicht in aller Regel auch ein paar gute Nachrichten für die Region mit sich. Daniel Schauff

In beiden Fällen, beim Bahnhof und beim HdF, lassen sich die guten Nachrichten einigermaßen genau beziffern - 1,2 Millionen steckt das Land in die "Mobilitätsdrehscheibe" Guben, 30 000 Euro steckt der Bund ins Mehrfamilienhaus des HdF - und das schon seit Langem. Jedoch, weder die Neuauflage der Bundesförderung für Mehrgenerationenhäuser noch die Wiederaufnahme des HdF ins Förderprogramm seien selbstverständlich, betont Kerstin Leuert-Glasche, Vorsitzende des HdF-Vereins.

Bis 2020 geht die Förderung nun weiter - zweifelsohne eine gute Nachricht für das HdF, das eine der wenigen derartigen Mehrgenerationen-Angebote im Kreis unterbreitet. Gerade einmal drei Mehrgenerationenhäuser gibt es in Spree-Neiße, eins davon in Guben, eins in Spremberg, eins in Forst.

Ein weiteres in Spremberg wird mit der Neuauflage der Förderung durch den Bund in den Genuss eines Zuschusses aus der Staatskasse kommen. "Würde es Mehrgenerationenhäuser nicht schon geben, müsste man sie erfinden", sagt Diana Golze. "Die Mehrgenerationenhäuser sind ein wichtiger Bestandteil des in Spree-Neiße seit 2001 aufgelegten Programms ‚Unser familienfreundlicher Landkreis'", so SPN-Sozialdezernent Hermann Kostrewa.

Deshalb finanziere der Landkreis die bestehenden drei Einrichtungen auf Grundlage eines Beschlusses des Jugendhilfeausschusses des Kreises. Gerade in Regionen, die vom demografischen Wandel besonders betroffen sind, seien die Angebote im Mehrgenerationenhaus besonders wertvoll, fügt Diana Golze hinzu. In vielen Familien gebe es die Zusammenkunft mehrerer Generationen gar nicht mehr - dies könnten die Einrichtungen mit unterschiedlichsten Angeboten kompensieren, so die Ministerin weiter.

Zum Thema:
Laut aktueller Daten des Landkreises Spree-Neiße gibt es im Kreis derzeit drei Mehrgenerationenhäuser, 15 Familienzentren, elf Eltern-Kind-Gruppen, fünf Schwerpunkt-Kitas, vier Einrichtungen des "Netzwerks Gesunde Kinder", fünf lokale Bündnisse für Familien und drei Freiwilligenagenturen. Von den 15 Familienzentren sind zwei in Guben, zwei in Peitz, jeweils eins in Burg und Kolkwitz, zwei in Neuhausen, zwei in Forst, eins in Welzow, zwei in Spremberg sowie zwei im Amt Döbern. Neben den elf bestehenden Eltern-Kind-Gruppen ist eine weitere in Peitz geplant, teilt der Landkreis mit. Drei gibt es in Guben, zwei in Forst, zwei in Spremberg, weitere in Schenkendöbern, Neuhausen, Döbern und Welzow.