Die Forster Bürgermeisterin Simon Taubenek hat sich erfolglos um die Ansiedlung einer Schuhkette in der Stadt bemüht. Sie wollte damit auf den Rückzug des Schuhhauses Holstein reagieren.

Auf einem Neujahrsempfang, so berichtet die Rathaus-Chefin, sei sie mit der Geschäftsführerin der Schuhkette „Aktiv Schuh“ ins Gespräch gekommen. Animiert durch das Schließen des Schuhhauses Holstein hatte sie sich anschließend mit einem Schreiben an die Unternehmenschefin gewandt, um diese für ein mögliches Engagement in der Stadt Forst zu gewonnen. Vor wenigen Tagen kam nun die ernüchternde Antwort.

Kleinere Städte rechnen sich nicht

Er könne die Situation in Forst grundsätzlich nachvollziehen, da er diese von seinen Besuchen im ländlichen Raum aus vielen Gesprächen mit Gemeindevertretern kenne, schreibt Marc Leineweber, der gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder die Geschicke des Unternehmens leitet. Allerdings sei es so, dass das Unternehmen seit geraumer Zeit keine Standorte in Gemeinden mit weniger als 50 000 Einwohnern mehr anmiete, „da die für unser Geschäftsmodell erforderliche Grundfrequenz unterhalb der genannten Größenordnung nicht mehr besteht“, heißt es in der Antwort. Bei Schuhen handle es sich nicht um ein klassisches Nahversorgungsprodukt. Auch wenn es sich in der Regel im täglichen Gebrauch befinde, sei es dennoch kein Produkt, dass derartig häufig gekauft werde, dass man auch an kleinen Standorten ein wirtschaftlich interessantes Geschäftsmodell mit dieser Warengruppe betreiben könne. „Aus diesen Gründen kann ich Ihrem Wunsch nach einem Schuhgeschäft in der Forster Innenstadt leider nicht entsprechen“, so Leineweber abschließend.

Forster Bürgermeisterin resigniert

„Grundsätzlich wird sich an der schlechten Situation im Einzelhandel in unserer Stadt vermutlich nicht viel ändern“, so Bürgermeisterin Simone Taubenek als Reaktion auf die wenig zufriedenstellende Antwort. Ein Großteil der Geschäftsinhaber sei in dem Alter, in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. „Leider finden sie keine Nachfolger“, so die Bürgermeisterin mit Verweis auf den Inhaber des „Singer“-Geschäftes in der Berliner Straße, der vor wenigen Tagen seinen Laden in Forst geschlossen hat.