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Kunstflüge knapp überm Kopf

Wüstenbussard "Kater" fühlt sich sichtlich wohl bei Anke Hartmann.
Wüstenbussard "Kater" fühlt sich sichtlich wohl bei Anke Hartmann. FOTO: Angela Hanschke/aha1
Neu Sacro. Steinadler, Wüstenbussard und Uhu in Aktion: Auf dem Erlebnisgut Neu Sacro sind am Samstag wahre Kunstflieger zu sehen gewesen. Besucher der Falkenshow nutzten die Gelegenheit, zogen sich einen großen Handschuh an und konnten die stolzen Greifvögel aus der Nähe betrachten. Angela Hanschke / aha1

Kleine und große Besucher gleichermaßen begeistert hat am Samstag auf dem Erlebnisgut Neu Sacro die Falkenshow unter dem Titel "Der kleine schnelle Jäger". Doch so klein waren die gefiederten Jäger keinesfalls. Knapp vier Kilogramm wog das achtjährige Steinadlerweibchen, mit dem der Freizeitfalkner Gerold During aus Guben angereist war. "Wenn man viel mit ihnen arbeitet, werden sie sehr zutraulich", verriet der Experte. Und so durfte, wer sich traute, auch den Falknerhandschuh überstreifen, um die Steinadlerdame mit der Flügelspannweite von knapp zwei Metern auf Händen zu tragen, ihr tief in die Augen zu schauen und verzückt übers prächtige Gefieder zu streichen.

"Mein lieber Mann, das ist ein ganz schönes Kaliber", entfuhr es einem der Mutigen. Der Jäger und Falkner Ronny Naumann aus Luckau, der beruflich als Steinsetzer arbeitet, präsentierte auf dem Arm sein zweieinhalbjähriges Wüstenbussard-Weibchen namens Dana. "Das Glöckchen dient dem Falkner zur Ortung während des Fluges. Die Kopfhaube trägt Dana, damit sie nicht durch die Zuschauer beunruhigt wird", verriet Ronny Naumann. Die Liebe zur Falknerei liegt in der Familie. Bereits sein Großvater hatte sich diesem edlen Waidwerk auf Feder- und Haarwild, das im Hochmittelalter zum Privileg und Statussymbol des Adels geriet, verschrieben.

Gleich nebenan war sein Vater Uwe Naumann aus Dahme, der einen prächtigen Europäischen Uhu mitgebracht hatte, von Schaulustigen geradezu eingekreist. "Bea ist ein Jahr alt und wiegt knapp drei Kilogramm. Sie wird allerdings nicht zur Jagd eingesetzt", informierte der Besitzer geduldig. "Was für schöne Augen!", seufzte eine Besucherin beim Blick in Beas intensiv orange gefärbten Pupillen.

Ausgesprochen sportlich präsentierte sich der Wüstenbussard von Berufsfalkner Oliver Peipe aus Rathenow, dessen grünen Filzhut flauschige Adler-Unterschwanzfedern zierten. Rasant absolvierte das Männchen, das ausgerechnet den Namen "Kater" trägt, immer ganz knapp über den Köpfen der Zuschauer seine Kunstflüge. Anke Hartmann aus Forst streifte sich kurz entschlossen den derben Lederhandschuh über. "Ganz schön schwer", meinte sie, nachdem "Kater" nach der Landung cool auf ihren Kopf wechselte.

Auch der zehn Jahre alte Corvin Mattern sowie der dreijährige John Jagode aus Forst zeigten keine Berührungsängste. Für Unterhaltung zwischen den Vorführungen sorgen die Jagdhornbläser der Jägerschaft Peitz unter Leitung von Christine Adam mit Signalen und Jägermärschen. Doch auch Gerhard Dix, der das Lernort-Naturmobil des Landesjagdverbandes betreute, war am Samstag als Gesprächspartner dicht umringt.