| 19:24 Uhr

Konzert mit Gunther Emmerlich
Protestantisch und deftig

Gunter Emmerlich, unter anderem begleitet von Sabina Herzog und Johann M. Plietzsch, musizieren in der Forster Stadtkirche St. Nikolai.
Gunter Emmerlich, unter anderem begleitet von Sabina Herzog und Johann M. Plietzsch, musizieren in der Forster Stadtkirche St. Nikolai. FOTO: Margit Jahn / Jahn Margit
Forst. Forster erleben ein festliches Kirchenkonzert mit Gunther Emmerlich zum Luther-Gedenkjahr in der gut besetzten Stadtkirche St. Nikolai.

Die Sitzreihen in der stimmungsvoll beleuchteten Stadtkirche St. Nikolai waren gut gefüllt. Gunther Emmerlich führte in gewohnt charmanter Art und Weise mit erstklassigem Gesang, hervorragender instrumentaler Begleitung und witzigen Anekdoten rund um Luther durch das Programm. Musikalisch begleitete ihn Sabina Herzog (Violincello und Gesang), Johann M. Plietzsch (Trompete) und Matthias J. Suschke (Orgel, Cembalo, Klavier). 

Nach dem „Monolog für Orgel“ erklang „Ein’ feste Burg ist unser Gott“ von Martin Luther. Quer durch die Zeiten zwischen dem 14. und 20. Jahrhundert erklangen weitere musikalische Leckerbissen von Johann Sebastian Bach, John Stanley, Johann Walter, Christian Morgenstern, Joseph Haydn und anderen Komponisten.

Nebenbei erfuhren die Gäste in kleinen Anekdoten, dass Luther keine Orgel, Pauken und Trompeten mochte. „Sie plärren und schreien“, sagte er von ihnen. „Er zog ein sanftes, vierstimmiges Zupfinstrument, die Laute, vor“, erzählte Emmerlich. Allerdings „kannte Martin Luther weder Frau Herzog, noch die Herrn Plietzsch und Suschke“, sagte Emmerlich mit einem Schmunzeln in Richtung seiner Musiker, „sonst wäre sein Urteil vermutlich milder ausgefallen“. Luther hätte eine deutliche Sprache gesprochen, die jeder verstand, aber nicht jeder mochte. Bei all der Plauderei verkündete Emmerlich, dass er einen Tag zuvor, also am Mittwoch, um 6.10 Uhr achtfacher Großvater geworden sei, was die Zuschauer mit viel Applaus honorierten. Weiter ging es mit Liedern wie „Geh aus mein Herz und suche Freud“ von Paul Gerhardt (1607-1676), das Emmerlich als „schönstes und frischestes evangelisches Lied“ bezeichnete.

„Protestantisch, deftig, nachdenklich und witzig. Kaum katholisch“ – so umschrieb Emmerlich seinen abwechslungsreichen Konzertabend. Und so erlebten es auch die Zuschauer.

(Margit Jahn)