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Sommer-Kabarett
Kleine Bosheiten, schöne Männer und Satzgesang

Nimmersatt spielte im Kuckuck in Groß Jamno.
Nimmersatt spielte im Kuckuck in Groß Jamno. FOTO: mjn1
Groß Jamno. Aus dem ursprünglich geplanten Sommer-Kabarett im Freien ist am Freitagabend in der Groß Jamnoer Gaststätte "Zum Kuckuck" doch wieder ein Indoor Kabarett geworden. Zweimal haben sie im Sommer versucht, so Kuckuck-Chefin Birgit Hendrischke bei der Eröffnung, ein Freiluft-Kabarett anzubieten, aber immer just kurz davor öffnete Petrus seine Schleusen, wie auch am Freitag. mjn1

Diesmal aber war das Team auf diese Eventualität gefasst und hatte vorsorglich im kleinen und wohltemperierten Saal alles vorbereitet.

"Lass mich dein Badewasser schlürfen", so das Motto des Abends, welches "Nimmersatt", ein Trio aus Greifswald, mit Witz und der gehörigen Portion an kleinen Bosheiten zur Freude der Zuschauer zum Besten gab. Ihr Programm bestand aus "Musik der 20er- und 30er-Jahre, wunderbaren Stimmen und schönen Männern". Bei dieser Ankündigung von Birgit Hendrischke ging ein großes "Oooh" durch den Raum. Dann betraten die drei Musiker die kleine Bühne, schnappten sich Gitarre und Bass und legten los. "Wochenend' und Sonnenschein" hieß der erste schwungvolle Titel.

Wer ein Freund dieser beschwingten, mit schwarzem Humor versehenen und stimmlich so außergewöhnlichen Musik ist, wurde an diesem Abend bestens unterhalten. Nachdem dann auch geklärt worden war, woher die einzelnen Bandmitglieder kommen, nämlich aus Chemnitz, Anklam und Rostock, wurde dem Publikum versprochen, dass der Sachsen-Bass aus Chemnitz, Thomas Winkler, nicht sprechen, sondern nur singen werde. Lachend und mit viel Applaus honorierte das weitestgehend brandenburgische Publikum dieses nette Ansinnen.

Regina Schäfer aus Friedrichshain war mit ihrer Freundin an diesem Abend dabei, besuchte schon zum fünften Mal das Kuckucks-Kabarett. "Wir lassen uns vom heutigen Abend überraschen", sagte sie. "Der Service passt, alles ist super hier", so ihr Fazit zum Kuckuck-Team. Vor sechs Wochen hatten sie die Karten bestellt und genossen diesen Abend auch mal ohne ihre Männer.

"Ich hab das Fräulein Helen baden seh'n" lautete ein weiterer Titel des humorvollen Trios. "Vielen Dank für ihren hemmungslosen Applaus", sagte Bass-Sänger Ulf Radlof anschließend und klärte das Publikum gleich auf: "Gut, dass wir nicht in Vorpommern sind, wo die Menschen mit zwei Fingern klatschen." Die Gäste im Raum benutzten dafür beide Hände und dies auch kraftvoll und manchmal mit kleinen Lachtränen in den Augen.

Dass man, wenn man viel umherreist, auch mal den Überblick verlieren kann, bewies die nicht ganz ernst gemeinte Frage von Ulf Radlof: "Tolle Stimmung hier. Wo sind wir überhaupt?" Die Antwort gab er sogleich selbst im Anschluss: "Ist egal, Hauptsache an der Ostsee."

Bei "Ich fahr mir meiner Klara in die Sahara" wurde textlich ausgiebig über Partnerschaften philosophiert. Sie seien "etwas Schönes, wie Sie vielleicht noch vom Hörensagen wissen."