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| 17:09 Uhr

Erinnerung an die Blues-Messen
In Forst gibt es Ostalgie der ganz anderen Art

Forst. Zum zweiten Konzert, das an die legendären Blues-Messen erinnert, kommt Rainer Eppelmann.

Wie schon bei der ersten Veranstaltung dieser Art in der Forster Blues-Kneipe „Manitu“ soll auch am 8. September das Konzert zunächst mit einer Talk-Runde beginnen (20 Uhr). Gast ist der ehemalige Jugendpfarrer Rainer Eppelmann, der  1979 Günther „Holly“ Holwas die Möglichkeit gab, ein Benefizkonzert zu geben. Es war der Anfang der Bluesmessen in der Samariterkirche. Auch diese Unterstützung bescherte Eppelmann die besondere Aufmerksamkeit der Staatssicherheit, die ihn zeitweise von 40 Mitarbeitern bespitzeln ließ.

Bei dem zweiten Konzert, das a die Bluesmessen erinnern soll, treten am 8. September Jürgen Kerth, Kirsch & Co und Monokel auf.

Seit 45 Jahren steht der Gitarrist Jürgen Kerth auf der Bühne. Er selbst relativiert gerne den Titel „Ostdeutscher Blueskönig“, will in seiner Musik  Swing, Soul und Funk, Reggae und vieles anderes mehr haben. Vor der Vereinigung wurde er mehrmals zum Nummer 1-Gitarristen im Osten Deutschlands gewählt. Seit 20 Jahren tritt er auch in Amerika auf, wo er schon zahlreiche Konzerte gab.
Durch seine circa 100 Kompositionen und Texte ist er mit zu einem der wichtigsten Musiker in Deutschland geworden.

Kirsche & Co. entstand aus der DDR-Vorwende-Band Pasch. Andreas „Kirsche“ Kirchner (Sänger) und Klaus Müller von Baczko (Gitarrist) verließen 1987 Pasch und formierten Kirsche & Co. Durch ihr ruppiges Auftreten und die kritisch-aggressiven Texte gab es bald ein Auftrittsverbot. Von 1983 bis 1987  spielten sie in so ziemlich allen Dorfschuppen, Kulturhäusern und Kirchen von Berlin bis Suhl ab. Ihr Repertoire bestand hauptsächlich aus eigenem Material, Songs von den Scherben, von Chapman oder Burdon. Aufgrund der Texte und Menschenmassen folgten Maßregelungen hier und Auftrittsverbote dort. Gleichzeitig nahmen die Meinungsverschiedenheiten in der Band zu, sowohl musikalisch als auch menschlich. Kirchner verließ 1987 die Band, gründete eine eigene, die ern nach seinen Spitznahmen Kirsche benannte und ein Co hinzufügte. Sein Ziel: mehr eigene, deutschsprachige Songs machen. Dazu kam  einiges von Westernhagen und von Rio Reiser.

Monokel gehörte zu den erfolgreichsten Formationen der „Blueser- und Kundenszene“ in der DDR. Ihr Song „Bye, Bye Lübben City“ wurde nicht nur Kult, sondern er war Inbegriff einer ganzen Subkultur in der DDR – und sie setzen immer noch ein Zeichen, auch für die in Würde ergrauten Kunden, Tramper oder Blueser.