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Forst
Einfach urkomisch – von der ersten Minute an

Die Frohnatur Peter Bause (rechts) war sicherlich nicht zum letzten Mal zu Gast bei Lutz Hoff.
Die Frohnatur Peter Bause (rechts) war sicherlich nicht zum letzten Mal zu Gast bei Lutz Hoff. FOTO: Angela Hanschke
Forst. Beim Talk-im Turm-Auftritt von Peter Bause in Forst blieb kein Auge trocken.

Der Besuch der Veranstaltungsreihe „Talk im Turm“ im Pavillon Genuss & Kunst kann süchtig machen. Zumindest legen die vielen Stammbesucher dies nahe, die am Samstagnachmittag den Moderator Lutz Hoff mit Applaus begrüßten. Eingeladen hatte dieser den Mimen Peter Bause.

Beinahe 120 Minuten nonstop versprühte Peter Bause Temperament und Lebensfreude; quittierte Hoffs Ankündigung  „Dieser große, stattliche Rotschopf“ herrlich schlagfertig mit: „Aber rot ist weg.“

Gestern noch in Hamburg und heute in Forst. „Jeden Tag in einer anderen Stadt. Die sehen doch sowieso alle gleich aus“, nahm er den Schauspieleralltag auf Korn, sparte jedoch auch dessen derzeitige Schattenseiten – „minimale Gagen, Verträge für zwei Jahre, dann müssen sie weiterziehen“ – nicht aus.

Peter Bause ist seit 48 Jahren mit der Schauspielerin Hellena Büttner verheiratet. Gemeinsam fahren beide immer noch auf Tournee, stehen gemeinsam auf der Bühne. Und die beiden Töchter? Die seien wohl froh, wenn der Vater unterwegs ist.  Der Moderator kam am Samstag eher selten zu Wort. „Herrlich, da können wir nichts mehr draufsetzen“, kommentierte Lutz Hoff angesichts des temperamentvollen Gastes. Eine Pointe jagte die andere und verursachte Lachsalven. Pavillon-Chefin Diana Podlesch wischte sich hinterm Tresen über die Augen.

Peter Bause: ein echtes Energiebündel, ein „Monsieur 100 000 Volt“. Wird er auch noch singen?

Vorerst plauderte er über Weggefährten wie Hansgeorg Stengel, Heinz Kahlow, Klaus Piontek, den unvergessenen Edgar Külow, Ekkehard Schall, und Jaecki Schwarz, der am 17. Februar den Platz neben Lutz Hoff einnehmen wird, sowie die Stationen seiner Karriere, die verschiedenen namhaften Bühnen. Denn obgleich ihn die meisten seiner Fans von Fernsehproduktionen kennen, die alle zu „Straßenfegern“ wurden, sah er selbst „das Theater als seine Hauptaufgabe“. Urkomisch am Samstag war unter anderen der „Bericht über die mongolischen Genossen“ aus seinem bereits vergriffenen Buch „Man stirbt doch nicht im dritten Akt!“ Und stimmte nun doch ironisch den „Gesang der Gesänge“ an. „Einfach hervorragend“, sagte Marlies Krüger aus Forst. „Peter Bause ist ja dafür bekannt, ohne Aufwärmphase auf die Leute zuzugehen“, ergänzte Martina Thormann begeistert. „Übrigens bin ich Träger des von Edgar Külow verliehenen Preises ,Der Eddi’“, verriet Bause. Den gab es nur für DDR- Künstler, die man vorsätzlich von großen staatlichen Auszeichnungen verschonte.    

(aha)