(aha) Mit Liedern und Texten zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane haben am Freitagabend im Kompetenzzentrum die Sopranistin Ute Beckert und der Pianist Dmitri Pavlov Musik- und Literaturfreunde begeistert. Sicher hätte auch der Altmeister märkischer Reime, der sich selbst als unmusikalisch beschrieb, an dem Programm, durch das die Sängerin mit leichter Hand, Charme und Humor führte, seine Freude gehabt. Neu war für viele, die seine „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ mögen, dass der „alte Wanderer“ kein Freund langer Märsche über staubbedeckte Landstraßen war, sondern eindeutig Kutsche und Eisenbahn bevorzugte.

In der Pause wandelten die Besucher durchs Haus, betrachteten die Fotoausstellung „In jedem Abschied steckt ein Anfang - Kunstsymposium 2018“ und entdeckten am Stand der Buchhandlung Berger Fontane-Bücher. Obwohl Fontane Forst niemals besucht hat, so fehlte es bei den Gedichten, Balladen und Zitaten, bei denen er zwischen Gutmütigkeit und Spottsucht schwankte, nicht an regionalem Bezug zu Landschaft und hiesigem Menschenschlag. Reisen in der Mark sei alles andere als billig und der Märker kein Gourmet. „Es sind zwar tüchtige, aber eingeengte Leute“, erfuhren die erheiterten Forster. Auch die „rechte Begeisterungsfähigkeit“ vermisste er. Die hätte er während des Programms durchaus gefunden. Seine Verse, in denen seine vielbewunderte Sprachmelodie zu spüren ist, erklangen nicht nur klassisch vertont, sondern auch in modernen Kompositionen. Die Zuhörer schienen den Atem anzuhalten, als die Künstlerin mit klarem Sopran die Ballade „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ anstimmte. Die schlichten charmanten Töne, die sich auf wunderbare Weise Fontanes Zeilen unterordnen, stammen ebenso wie „Glück“, die „Berliner Landpartie“ und das heitere „Summasummarum“ aus der Feder von Dmitri Pavlov selbst.

„Ein sehr harmonisches Duo“, lobte Irmtrud Pritschke. Gösta-Maria Grumbt, die sich bereits in ihrer Schulzeit für den Roman „Effi Briest“ begeisterte, sagte: „Wenn man durch Brandenburg fährt, stößt man immer auf ihn“.