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| 19:25 Uhr

Kultur im Komfor
Kunst und Musik  harmonisch vereint

 Miss Rockester gestaltete den musiklaischen Part des Nachsommerkonzerts zur Ausstellungseröffnung.
Miss Rockester gestaltete den musiklaischen Part des Nachsommerkonzerts zur Ausstellungseröffnung. FOTO: Margit Jahn
Forst. Das Kompetenzzentrum Forst startet mit einer Ausstellungseröffnung und Konzert in die neue Saison – und bietet Unterhaltung mit Anspruch.

Wenn einem die Worte fehlen, oder man Dinge nicht auf Anhieb benennen oder bestimmen kann, man etwas länger vor einem Kunstwerk verweilt, dann schwebt etwas Ungewöhnliches in der Luft.

So erging es am Samstagabend vielen Besuchern, die zur neuen Saisonkonzert- und Ausstellungseröffnung „Impressionen – Landschaften und Zirkusbilder“ der Einladung des Komfor gefolgt waren. Die junge russische Künstlerin Natalia Simonenko stellte dem Komfor 24 Kunstwerke zur neuen Herbst-Ausstellung zur Verfügung. Nicht nur zum Anschauen, sondern auch gern kaufbar, wie die Künstlerin übermitteln ließ. Die  Stuttgarterin   selbst war nichtda.

Große, farbintensive Landschaften oder kraftvolle, in warmen, satten Farben gehaltene Portraits waren die Hauptthemen der Exponate. Schnell stellten die Gäste und Betrachter fest, dass man genügend Abstand zu den recht großen Kunstwerken haben muss, um sie in ihrer ganzen Schönheit und Aussage aufnehmen zu können. Gleichzeitig war der Abend zwei besonderen Menschen gewidmet; der Pianistin und Komponistin Clara Schuhmann, die auf den Tag genau 200 Jahre alt geworden wäre, und zu dessen 250. Jahrestag Alexander von Humboldt.

„Wir haben nur die Besten hier“, scherzte eine bestens aufgelegte Vereinsvorsitzende Sabine Lindner zur Begrüßung und wünschte viel Vergnügen für das Nachsommer-Konzert von „Miss Rockester“ alias Silvana Mehnert, die vielen Forstern vom „Medlz“-Konzert im vergangenen Dezember in der St. Nikolaikirche noch in bester Erinnerung war.  Sie unterhielt bis zur Ausstellungseröffnung mit Michael Gramm an diversen Percussioninstrumenten und Krishn Kypke an der Gitarre ihre Gäste. Alle Lieder hat sie selbst geschrieben, erzählte sie zwischendurch. Vor acht Jahren wurde das Trio-Projekt gegründet und ist fester Bestandteil des Lebens der drei Musiker geworden. Die leisen Lieder haben es ihr weitgehend angetan, ihre Lieder stammen oft von Gedichten, ihrer großen Liebe wie sie sagt. „Mein Fluss“ war der erste Titel. Ein Lied von Sehnsucht und der Freude, jederzeit wieder gern nach Hause zu kommen. „Dieser Moment“, „Every Fair“, aber auch auch einige englisch gesungene Titel hatten das Trio im Gepäck. „Ich gehör hierher“, dieses Heimatgefühl-Lied widmete sie den Forstern. Die Lieder entstammten teilweise ihren beiden Alben. Ein drittes, mit Orchester, ist in Arbeit, verriet die dem Publikum. „In diesen Zeilen wirst du nie alt sein“ heißt es in einem Gedicht von William Shakespeare, welches Silvana Mehnert zu einem klangreichen Lied verarbeitet hat. „Jedes Gedicht hat eine Melodie“ erklärte sie auf eine Zuschauerfrage. Genügend Melodien hat sie im Kopf  und Gedichte sind ja auch noch einige übrig. Am 19. Dezember spielt sie mit den Medlz wieder in der Forster Nikolaikirche.

Natalia Simonenkos Lebensphilosophe lautet: „Ich möchte von dem, was ich mache leben, aber in erster Linie Spaß bereiten.“ 1992 machte sie ihren Abschluss am Institut für grafische Kunst F. Gertsen, 1999 den Abschluss an der Kunstakademie I. E. Repin und 2001 wurde sie in die Vereinigung russischer Künstler aufgenommen.

Dagmar Scheib hat es das Bild am Aufgang zur Treppe angetan. „Da kommen einem die Rüschen, der Stoff riesig entgegen“ schwärmt sie von der phänomenalen Wirkung des Bildes, von dem etwas Mystisches ausgeht. „Man muss weiter weg gehen, um es besser zu betrachten“, stellt sie schnell fest. Bei der Spinnenfrau sieht es aus, als ob sich die Federn auf dem Kopf bewegen. Bei jedem Bild kann man andere interessante Beobachtungen machen.

Auch Christian Schötz aus Golschow  ist beeindruckt von der Ausstellung. Eigentlich ist er wegen der Musik da. Aber je länger er die großen Bilder betrachtet, desto mehr gefällt ihm, was er zu sehen und entdecken bekommt. „Ich bin positiv überrascht“, sagt er. Besonders gefallen ihm die farbintensiven Portraits. „Schön, dass man die einzelnen Pinselstriche sieht“, begeistert sich Karin Lischke. Alle Bilder sind mit Ölfarben aufwendig in mehreren Schichten in einer tiefen Bildatmosphäre gemalt. Die Farben mischt sie auf der Leinwand und bedauert, das mit den Kunstwerken von Rembrandt schon alles gemacht wurde, es keine neuen Gestaltungsmöglichkeiten mehr gibt.

Bis Weihnachten kann diese ganz besondere Ausstellung der in St. Petersburg geborenen Künstlerin im Komfor besucht werden.

Ausstellung „Impressionen –  Landschaften, Zirkusbilder u.v.m. von Natalia Simonenko, Kompetenzzentrum Forst e.V., Gubener Straße / Ecke Virchowstraße, Telefon 03562 693860 oder 970360 nach 14 Uhr (wochentags). Geöffnet Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr oder nach Vereinbarung.