| 02:35 Uhr

Kultur-Eigenbetrieb stockt auf

Forst. Der im Januar 2015 gegründete Eigenbetrieb Kultur, Tourismus, Marketing Rosenstadt Forst (KTM) kommt mit seinen derzeit acht Mitarbeitern an seine Grenzen. Darüber informierte der zuständige Verwaltungsvorstand Sven Zuber im Werksausschuss des Eigenbetriebes in Vertretung der erkrankten Werkleiterin Juliane Gründel. Steffi Ludwig

Das Hauptproblem sei der Bereich der kaufmännischen Angelegenheiten. Unter anderem Buchhaltung, Jahresabschluss und das Aufstellen von Wirtschaftsplänen würden so viel Zeit beanspruchen, die keiner der acht Mitarbeiter aufbringen könne: Denn zum Eigenbetrieb gehören neben der Werkleiterin die Mitarbeiterin für den Bereich Kultur der Stadt Forst Angela Stadach, als Assistenz Astrid Neumeister und die Tourismus- und Marketingbeauftragte Annette Schild. Weiterhin zählen dazu der Parkmanager des Forster Rosengartens Stefan Palm, Dörthe Stein vom Archiv verschwundener Orte sowie Carina Schneider und die noch erkrankte Kollegin aus der Touristinformation. Die kaufmännischen Angelegenheiten wurden bisher aus der Stadtverwaltung unterstützt, eine Mitarbeiterin sei derzeit fast nur mit dem Eigenbetrieb KTM befasst und könne ihre eigentlichen Aufgaben nicht wahrnehmen, so Zuber. Denn der Bedarf für diese Aufgaben sei auf 0,88 Stellen ausgerechnet worden. Deshalb plane der Eigenbetrieb, eine neue 0,75-Teilzeitstelle einzurichten und auszuschreiben, um nicht mehr auf die Stadtverwaltung zurückgreifen zu müssen. Da einige der anderen acht Stellen des Eigenbetriebes leicht in den Stunden reduziert wurden, ergebe sich ein Stellenmehrbedarf von 0,7, so Zuber.

Dies schlage sich natürlich auch im Erfolgsplan des Eigenbetriebes nieder. Der Aufwand im Wirtschaftsplan sei für 2017 mit rund 1,31 Millionen Euro höher veranschlagt als 2016, als 1,24 Millionen Euro zu Buche schlugen. Ein weiterer Posten, der hier wirksam werde, sind rund 55 000 Euro, die zusätzlich in den Bereich Marketing fließen sollen. Denn der Werksausschuss des Eigenbetriebes hatte im September 2016 beschlossen, mehr in die Werbung gerade für den Rosengarten zu investieren. Waren es 2016 noch 33 000 Euro - davon 24 000 Euro für den Rosengarten - sollen es 2017 88 600 Euro sein, davon 75 000 Euro für den Rosengarten. Denn Andreas Runze von der Runze & Casper Werbeagentur GmbH, der schon die Deutsche Rosenschau in Forst begleitete, hatte die 40 000 jährlichen Rosengarten-Besucher als viel zu wenig bezeichnet und wieder regelmäßige Rosenschauen angeregt. Und eben einen höheren Werbe-Etat, mit dem unter anderem mehr Infomaterial in einem größeren Umkreis verteilt werden könne oder vor den Rosengarten-Festtagen wie zur Rosenschau vor den Bahnhöfen in Berlin oder Dresden geworben werden könne.

Vorerst 20 000 Euro an Mehreinnahmen durch das erwartete Besucherplus sind 2017 eingeplant. Die erhoffte Resonanz brauche ungefähr drei Jahre Zeit, so Zuber.

Nun müssen die Stadtverordneten den Wirtschaftsplan am 3. März beschließen. Der Werksausschuss stimmte geschlossen zu, Mittwoch steht das Thema auch auf der Tagesordnung im Hauptausschuss.

Zum Thema:
Zu den Aufgaben des Eigenbetriebes zählt die Betriebsführung des Ostdeutschen Rosengartens, des ADR-Prüfgartens, der Touristinformation und des Archivs der verschwundenen Orte. Gleichzeitig werden alle Veranstaltungen der Stadt Forst oder an denen sich die Stadt beteiligt, vom Eigenbetrieb vorbereitet und durchgeführt. Hinzu kommt das gesamte Stadt-, Veranstaltungs- und Kulturmarketing der städtischen Einrichtungen. Auch Tourismusmarketing und Tourismusservice gehören dazu.