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| 13:52 Uhr

Zukunft eines Traditionsgasthauses
„Kuckuck“ wird zur „Waldeule“

Sylvio Neubert und Nancy Franice machen aus dem „Kuckuck" das Restaurant „Zur Waldeule". Das neue Logo haben sie vorerst nur auf dem Handy.
Sylvio Neubert und Nancy Franice machen aus dem „Kuckuck" das Restaurant „Zur Waldeule". Das neue Logo haben sie vorerst nur auf dem Handy. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Ab 1. Mai wollen neue Betreiber das Traditionsgasthaus öffnen. Kabarett gibt es auch in Horno. Von Steffi Ludwig

Als Familie Hendrischke Anfang des Jahres die Nachricht öffentlich machte, die Ära ihres Gasthauses „Zum Kuckuck“ in Groß Jamno zum 31. März nach 22 Jahren zu beenden, gab es große Wellen des Bedauerns. War das Haus mit seiner Gastronomie, aber vor allem mit seiner Kabarettbühne auch überregional bekannt. Bereits damals war klar: Thoralf Haß, Mitglied des Freundeskreises des „Kuckucks“ und freier Autor, wird ab Mitte April einen Teil der Kabarettveranstaltungen übernehmen und ein neues Konzept im „Hornoer Krug“ anbieten.

Vor einigen Tagen machten nun auch Nancy Franice und ihr Lebenspartner Sylvio Neubert öffentlich, dass es ab dem 1. Mai mit dem Traditionsgasthaus weitergehen wird – unter dem Namen „Zur Waldeule“. Nach langen Überlegungen haben  sich die zwei Cottbuser dazu entschieden. Denn beide haben eine ganz besondere Verbindung zum „Kuckuck“: Sie haben hier nicht nur gearbeitet – Sylvio Neubert als Koch und Nancy Franice als Restaurantfachfrau – sondern sich hier auch kennen- und liebengelernt. Als Chef Peter Hendrischke andeutete, dass es mit dem „Kuckuck“ zu Ende gehe, habe sie gemerkt, wie viel eigenes Herzblut an dem Haus hänge, sagt Nancy Franice. „Ich bin hier sesshaft geworden, kenne die Gäste mit Namen“, so die 33-Jährige, die vorher im Cottbuser „Mosqito“ gearbeitet hatte. Und den Traum, etwas eigenes zu haben, hegen beide schon seit Jahren.

Als dann der RUNDSCHAU-Artikel über das „Kuckucks“-Aus erschien, hätten sie Nägel mit Köpfen gemacht und ihr Konzept mit Bank, Steuerberatern und Gewerbeamt abgeglichen. Nun sei alles in trockenen Tüchern, lediglich der Pachtvertrag müsse noch unterschrieben werden, so Sylvio Neubert (41), der als Betreiber der „Waldeule“ und Koch fungieren wird. Nancy Franice wird seine Angestellte im Servicebereich. Da sich die anderen drei bisherigen „Kuckucks“-Angestellten bereits andere Jobs gesucht hatten, werde er eventuell zwei Pauschalkräfte anstellen, so Neubert. Er selbst hatte in der Burger „Bleiche“ gelernt und sechs Jahre im Cottbuser „De Niro“ gearbeitet. Sein Vertrag beim Cottbuser Bäcker Arlt läuft Ende März aus.

„Wir wollten eigentlich nahtlos zu Ostern öffnen, aber das wäre zu kurzfristig. So geht es am 1. Mai um 17 Uhr los“, kündigt er an. Sie wollen jünger und frischer daherkommen und einiges Neues wie mittwochs einen Thementag – im Mai den Schnitzeltag – anbieten. Gleichzeitig wollen sie aber an Bewährtes anknüpfen. So sei wieder eine Männertagsparty mit DJ Würfelzucker geplant, ebenso ein Sommerfest. Und auch Kabarett soll es geben. „Denn viele Gäste haben gesagt, sie wollen nur hier in unserem Mini-Saal und nirgendwo anders Kabarett sehen“, so Nancy Franice. Bisher ist Marga Bach für den 31. Mai gebucht. Aber auch neue Gesichter könnten sie sich vorstellen. „Wir müssen sehen, wie es anläuft“, sagen sie, die in diesem Jahr auch noch heiraten wollen. Bis Ende des Jahres geben sie sich Zeit um auszuprobieren und danach zu entscheiden, ob und wie es weitergeht.

Das Ehepaar Hendrischke ist froh über die Fortführung des Hauses. „Wir drücken den beiden die Daumen“, so Birgit Hendrischke. Einige Tipps hätten sie weitergegeben. Aber ansonsten gelte: Die „Wald­eule“ mache ihr eigenes Ding. Und die Geschichte des „Kuckucks“ ende am Karsamstag, wenn sich Hendrischkes noch einmal um eine private Feier in der Gaststätte kümmern.