Das Vorhaben, die Villa in der Gubener Straße 10 zu einem Kinder- und Jugendzentrum für die Stadt Forst auszubauen, hat eine weiter Hürde genommen. Der Ausschuss für Bau und Vergabe hat der Vorplanung zugestimmt. Das Votum fiel allerdings keineswegs einstimmig - dem Beschluss ging eine heftige Diskussion voraus. Die Debatte drehte sich vor allem um drei kritische Punkte.

Kritik an steigenden Kosten für Forster Jugendzentrum

Der erste war die erhebliche Kostensteigerung für das Projekt. Obwohl der Fördermittelgeber bereit ist, zu den bereits bewilligten rund 1,5 Millionen Euro weiter rund 900 00 Euro nachzuschießen, kann das Dachgeschoss, entgegen der ursprünglichen Planung nicht mit ausgebaut werden. Dadurch verringert sich die nutzbare Bruttogeschossfläche um mehr als 300 Quadratmeter.

Der zweite Kritikpunkt war, dass die Villa viel bauhistorische Substanz enthält, beispielsweise das hölzerne Treppenhaus, die einem Umbau aus Feuerschutzgründen zum Opfer fallen würde. Der dritte strittige Punkt war, ob an einem anderen Standort eventuell zu gleichen oder gar geringeren Kosten ein besser nutzbares Gebäude gebaut oder saniert werden kann.

Greifbare Lösung für die Jugendarbeit in Forst gesucht

Daniel Nothnick vom Nix e.V. , der im Auftrag der Stadt das Jugendzentrum betreiben soll, erklärte, dass es dem Verein vor allem darauf ankommen, endlich eine greifbare und vom Zeitraum überschaubare Lösung zu finden. „Als wir 2012 in den jetzigen Standort eingezogen sind, hieß es: ,Macht es euch nicht zu gemütlich. Wir suchen ein neues Objekt.’“

Inzwischen seien acht Jahre verstrichen, was den Jugendlichen kaum noch zu vermitteln sei. Zwar könne er die bautechnischen Fakten nicht beurteilen, aber auch die aktualisierten Pläne für die Villa Gubener Straße 10 würden eine gute Kinder- und Jugendarbeit ermöglichen. Zudem würde die Villa in einem definierten Zeitraum von zwei Jahren bezugsfertig sein.

Am Ende überzeugen die Argumente pro Gubener Straße 10 eine Mehrheit der Ausschussmitglieder. Dazu zählte, dass für den Umbau der Villa eine konkretes Finanzierungskonzept bereit steht und eine klare Zeitschiene für das Projekt existiert. Ein weiteres Argument war, dass Prüfungen der Stadtverwaltung ergaben, dass ein Ersatzneubau mit einer vergleichbaren Nutzfläche nicht billiger kommen würde. Dazu kommen Befürchtungen, dass ein Neustart bei der Standortsuche das Projekt um weitere Jahre verzögert.